Letzte Aktualisierung: 02. März 2018

Pressemitteilung

vbw fordert realistischen Ansatz in deutscher Klimapolitik / Brossardt: „Nationale Alleingänge schaden unserer Wirtschaft“

02.03.2018 - München

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sollen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 verringert werden. Das hat die Bundesregierung in ihrem nationalen Klimaziel formuliert. Die Boston Consulting Group und die Prognos AG haben im Auftrag des BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. mit der Studie „Klimapfade für Deutschland“ erstmals eingehend untersucht, ob und unter welchen Voraussetzungen das deutsche Ziel erreichbar ist. Auf einem Kongress der vbw wurden die Ergebnisse der Studie vorgestellt und deren Bedeutung für die Wirtschaft diskutiert.

„Die Studie leistet einen wertvollen Beitrag zu einer faktenbasierten Diskussion über Klima- und Energiepolitik in Deutschland. Eine solche Ausarbeitung hätte von der Bundesregierung schon lange kommen müssen“, betonte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw sieht sich von der Untersuchung in ihren Forderungen bestätigt, dass das im deutschen Klimaschutzplan vorgesehene Emissionsminderungsziel von 95 Prozent gegenüber 1990 aufgegeben werden muss und die Vorgabe tonnenscharfer Sektorzielefalsch ist.

Skeptisch betrachtet die vbw die Annahme der Studie, dass das 80-Prozent-Reduktions-Ziel bis 2050 bei „optimaler politischer Umsetzung“ nicht nur machbar, sondern auch volkswirtschaftlich verkraftbar ist. „Bisher wurden trotz Milliardenausgaben die Klimaziele krachend verfehlt. Die Studie unterstellt eine Klima-, Industrie- und Gesellschaftspolitik aus einem Guss, die von der Bevölkerung dauerhaft akzeptiert wird. Die Annahme, dass ab heute und in den nächsten dreißig Jahren alles perfekt klappt, ist schlichtweg unrealistisch. Schon die kontroverse Diskussion um den Bau einzelner Hochspannungsleitungen belegt dies“, betonte Brossardt.

Der vbw Hauptgeschäftsführer warnte deshalb erneut vor nationalen Alleingängen und forderte einen realistischen Ansatz in der deutschen Klimapolitik: „Deutsche Sonderwege überfordern unsere Wirtschaft – das Klima retten sie nicht. Wir schaffen es nur im internationalen Schulterschluss. Maßstab müssen die Vorgaben im Weltklimavertag sein. Ansonsten drohen unseren Unternehmen weitere massive Sonderlasten und Nachteile im globalen Wettbewerb.


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Nina Schilling

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Nina Schilling
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben