Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2017

Pressemitteilung

vbw fordert modernen Rechtsrahmen für Arbeitswelt 4.0 / Brossardt: „Arbeitszeitgesetz muss dringend angepasst werden“

19.07.2017 - Schweinfurt

„Der Mensch in der digitalen Arbeitswelt“ war das Thema eines Kongresses der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. im unterfränkischen Schweinfurt. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärte: „Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft mit hoher Geschwindigkeit. Dabei wandelt sich auch die Art und Weise, wie wir arbeiten, von Grund auf. Wichtig ist: Wir müssen die Arbeitswelt 4.0 als Chance begreifen – gerade auch für die Arbeitnehmer: So bietet mobiles Arbeiten die Möglichkeit, die Work-Life-Balance deutlich zu verbessern. Mehr Eigenverantwortlichkeit in der Arbeitswelt ist für viele Menschen attraktiv. Monotone Arbeit und körperlich belastende Tätigkeiten werden zunehmend von Maschinen übernommen – gleichzeitig sind Kreativität und Gestaltungswille wichtiger denn je.“

Um die Möglichkeiten der Arbeitswelt 4.0 voll auszuschöpfen, forderte der vbw Hauptgeschäftsführer eine Anpassung des Rechtsrahmens an die Erfordernisse der digitalen Arbeitswelt: „Zum einen brauchen wir eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Insbesondere die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Unser Ziel ist aber keine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit – weg von einer täglichen hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit von maximal 48 Stunden im Durchschnitt. Zudem müssen wir zu einer flexiblen Gestaltung der 11-stündigen täglichen Ruhezeit kommen. Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die 11-stündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt. Für Flexibilisierung der Arbeit werben wir gerade mit einer bayernweiten Kampagne zusammen mit unseren Mitgliedsverbänden.“

Einem Anspruch auf Wahlarbeitszeit, wie er im Weißbuch Arbeiten 4.0 gefordert wird, erteilte Brossardt eine klare Absage: „Die Pläne sind völlig fern der betrieblichen Realität und Machbarkeit. Wahlarbeitszeit oder auch nur ein befristeter Teilzeitanspruch mit Rückkehrrecht in Vollzeit setzt das Unternehmen insgesamt – aber auch die Kollegen – unnötig unter Druck und raubt ihnen die Flexibilität, die wir heute so dringend brauchen. Auch der bürokratische Aufwand wäre immens.“

Dr. Anja Weisgerber MdB sagte auf der Veranstaltung: „Die Digitalisierung bietet große Chancen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb wollen wir eine neue Kultur der Partnerschaft für die Arbeitszeitregelungen zwischen Beschäftigten und Betrieb, damit wir durch Flexibilisierung praxisgerechtere Lösungen bekommen. Dabei müssen gleichermaßen die Interessen der Beschäftigten, des Gesundheits- und Arbeitsschutzes sowie der Unternehmen miteinander vereinbart werden.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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