Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2018

Pressemitteilung

vbw fordert flächendeckende Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum und sieht dabei viele Herausforderungen / Brossardt: „Wir brauchen vor allem Maßnahmen zur Deregulierung“

18.05.2018 - Bad Neustadt

Die Krankenhausversorgung im ländlichen Raum war Thema eines Kongresses der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Im Vorfeld wies vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auf die große Bedeutung der Gesundheitswirtschaft als Standortfaktor hin: „Die Gesundheitsbranche ist einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland und Bayern. Ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft beträgt zwölf Prozent, auf sie entfallen 8,2 Prozent der deutschen Gesamtexporte. Rund 7 Millionen Menschen sind in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt – das ist jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland. Allein in Bayern sind mehr als 840.000 Menschen in diesem Sektor tätig. In vielen Landkreisen ist das Kreiskrankenhaus auch der größte Arbeitgeber der Region.“

Trotzdem sieht der vbw Hauptgeschäftsführer bei der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum viele Herausforderungen: „Dafür sind zwei Megatrends verantwortlich: der demografische Wandel und der Fachkräftemangel, der die Krankenhäuser vor allem auch beim Pflegepersonal trifft.“

Es gibt bereits einige Maßnahmen seitens der Politik, die für eine bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung im ländlichen Bereich sorgen sollen. Doch das genügt Brossardt nicht: „Für die bayerische Wirtschaft sind vor allem Maßnahmen zurDeregulierung auch im stationären Bereich wichtig. So müssen wir die staat-
liche Bedarfsplanung schrittweise zu einer freiheitlicheren Ausrichtung weiterentwickeln. Außerdem müssen beschränkende Regulierungen so weit wie möglich aufgehoben werden. Dies gilt für mehr Vertragsfreiheit als auch für die Ablösung der Bedarfsplanung durch ein Akkreditierungsverfahren. Und wir brauchen mehr Transparenz beim Preis-Leistungsverhältnis und bei der Qualität für alle Seiten. Nicht zuletzt müssen innovative Modelle in der Gesundheitsversorgung gefördert werden. Insbesondere die Digitalisierung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.“

„Der Erhalt der heimatnahen Krankenhäuser ist für uns unerlässlich, um dem Verfassungsgebot der ‚gleichwertigen Lebensverhältnisse‘ zwischen Stadt und Land gerecht zu werden. Deshalb ist es dringend notwendig, dass die Häuser der Grundversorgung stärker mit einer Sockelfinanzierung unter-
stützt werden“, ergänzte MdL Steffen Vogel.


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