Letzte Aktualisierung: 01. August 2016

Pressemitteilung

vbw fordert dringende Reformen bei „Morbi-RSA“ / Brossardt: „Derzeit werden vor allem bayerische Krankenkassen benachteiligt“

01.08.2016 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. fordert ein Ende der Benachteiligung der bayerischen Krankenkassen. Angesichts des vom Bundesversicherungsamt vorgelegten Gutachtens zu Krankengeld-Zuweisungen hat sie erneut dringende Reformen in diesem Bereich angemahnt. „Das Gutachten macht neuerlich klar, dass das aktuelle System des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (‚Morbi-RSA‘) zu starken Verwerfungen führt. Vor allem bayerische Krankenkassen und hier vor allem die Betriebskrankenkassen werden benachteiligt“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Das neue Gutachten kommt zu dem Schluss, dass im aktuellen System der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen über den Risikostrukturausgleich die Einkommensabhängigkeit der Krankengeldausgaben nicht berücksichtigt wird. Dies benachteilige Krankenkassen mit überdurchschnittlichen Einkommen ihrer krankengeldanspruchsberechtigten Mitglieder.

Der „Morbi-RSA“ bestimmt die Zu- und Abschläge, die Kassen je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand ihrer Versicherten zusätzlich zu einer pauschalen Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds erhalten. Dabei werden bayerische Krankenkassen doppelt benachteiligt: Zum einen haben sie Versicherte mit tendenziell höheren Durchschnittslöhnen und müssen deshalb auch mehr an den Gesundheitsfonds abführen. Zum anderen haben vor allem die bayerischen Betriebskrankenkassen höhere Ausgaben für das Krankengeld, das sie an die Versicherten auszahlen müssen, weil dieses von der Lohnhöhe des Versicherten abhängig ist. Aus dem Gesundheitsfonds erhalten viele Kassen nicht genügend Geld zurück, um ihre Ausgaben zu decken – auch weil ihre Versicherten oftmals nicht an den Erkrankungen leiden, für die es besondere Zuschüsse gibt.

„Das zeigt: Wir brauchen zügig eine grundlegende Reform des Systems, die die bestehende Unwucht korrigiert. Die Benachteiligung bayerischer Kassen beim ‚Morbi-RSA‘ muss endlich beendet werden“, so Brossardt.


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