Letzte Aktualisierung: 22. September 2017

Pressemitteilung

„Starkes Bayern, starkes Europa – Deutschlands Rolle in der EU“ / vbw fordert, die EU im Sinne eines „besseren Europas“ neu auszurichten

22.09.2017 - München

Nach der Brexit-Entscheidung und der insgesamt hohen Unsicherheit in Europa hat die vbw –
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. gefordert, dass es in der EU kein „Weiter so“ geben darf. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte: „Es gilt, die Gemeinschaft im Sinne eines `besseren Europas´ neu auszurichten. Die EU muss sich auf ihre Stärken besinnen und die richtigen Schwerpunkte setzen. Dazu gehört die Einhaltung der Subsidiarität: die Beschränkung auf die Bereiche, bei denen EU-weit einheitliche Vorgaben unerlässlich sind.“ Brossardt sprach auf dem vbw Kongress „Starkes Bayern, starkes Europa – Deutschlands Rolle in der EU“, bei dem Wirtschaftsvertreter aus Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Ungarn und der Schweiz über die künftige Rolle Deutschlands in der EU diskutierten.

In die falsche Richtung gehen aus Sicht der vbw die Pläne der EU-Kommission, eine Europäische Säule Sozialer Rechte einzuführen. Brossardt: „Es besteht die Gefahr einer `Umverteilungsunion´. Sozialpolitik muss Sache der Mitgliedstaaten bleiben. Europäische Solidarität besteht in der Hilfe zur Selbsthilfe. Wir leisten diese als größter Nettozahler über den Haushalt der Gemeinschaft. Hinzu kommen Finanzhilfen als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise“, so Brossardt. Statt neuer Umverteilung fordert die vbw von der EU, den Binnenmarkt weiter voranzutreiben: „Dieser ist der echte Treiber für den Wohlstand und für Arbeitsplätze – in Deutschland und in allen anderen Ländern. Wir müssen auch mit einer Re-Industriali-
sierung
der EU die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Staaten stärken. Dann ist uns um die Zukunft Europas nicht bange.“

Die vbw hat gleichzeitig Kritik an der bisherigen Rolle Deutschlands in der EU, vor allem am Leistungs-
bilanzüberschuss
, zurückgewiesen. „Deutschland ist die stärkste Volkwirtschaft in der EU. Wir wickeln knapp 60 Prozent unseres weltweiten Außenhandels mit den EU-Partnern ab. Es wäre nicht nur absurd, sondern für die anderen EU-Staaten auch fatal, würde man die deutsche Wirtschaft bewusst schwächen wollen“, sagte Brossardt.

Er zitierte aus einer vbw Studie, wonach die Importnachfrage Deutschlands in den anderen EU-Staaten zu einer zusätzlichen Wertschöpfung von 240 Milliarden Euro führt und dort für 4,8 Millionen Arbeitsplätze sorgt. „Die anderen Länder in der EU profitieren somit vom wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands. Eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft würde die EU-Partner nicht stärken, sondern schwächen“, mahnte der Hauptgeschäftsführer.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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