Letzte Aktualisierung: 05. Oktober 2016

Pressemitteilung

vbw fordert Anpassung des Arbeitszeitgesetzes an die moderne Arbeitswelt / Brossardt warnt vor Arbeitszeitverkürzungen und Anspruch auf befristete Teilzeit für alle

05.10.2016 - München

Das deutsche Arbeitszeitgesetz ist nicht mehr zeitgemäß. Darauf hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf ihrem Kongress „Deutschland hat Zukunft: Arbeitszeit – Handlungsfähigkeit der Unternehmen stärken“ hingewiesen.

vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt rief dazu auf, Arbeitszeitregelungen den
Erfordernissen der Digitalisierung und Globalisierung anzupassen. „Die gesetzlich vorgeschriebene tägliche Höchstarbeitszeit von maximal zehn Stunden muss abgeschafft werden. Das wäre nach den europarechtlichen Vorgaben ohne weiteres möglich, solange die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 48 Stunden gewahrt bleibt. Das führt nicht zu mehr Arbeit, sondern zu mehr Flexibilität bei der wöchentlichen Verteilung der Arbeitszeit. Gegebenenfalls können die Sozialpartner gestaltend eingreifen. Zudem werden wie bisher für bestimmte Arbeiten oder Arbeitnehmergruppen Schutzbestimmungen durch Verordnungen festgelegt. Auch die weiteren Flexibilisierungsmöglichkeiten, die von der europäischen Arbeitszeitrichtlinie eingeräumt werden, müssen im deutschen Recht voll umgesetzt werden: zum Beispiel die Ausgestaltung der Ruhezeit durch die Sozialpartner“, sagte Brossardt.

Der vbw Hauptgeschäftsführer forderte weiter, die Ruhezeitregelung von elf Stunden am Tag so auszulegen, dass kurze Unterbrechungen der Ruhezeit möglich sind, ohne dass die elfstündige Ruhephase sofort wieder von vorne beginnt. „Es muss machbar sein, dass ein Arbeitnehmer abends von zu Hause aus zum Beispiel ein dienstliches Gespräch führt, ohne dass ab diesem Zeitpunkt eine neue elfstündige Ruhephase zu laufen beginnt.“

Plänen für weitere gesetzliche Eingriffe in das Arbeitszeitvolumen erteilt die vbw eine Absage:
„In den vergangenen Jahrzehnten wurden bereits umfassende Möglichkeiten zur Arbeitszeitreduzierung geschaffen, zum Beispiel durch die Einführung der Elternzeit oder der Familienpflegezeit. Die zahlreichen Sonderfälle zur Veränderung der Arbeitszeit stellen die Betriebe bereits heute vor erhebliche Herausforderungen. Zusätzliche Ansprüche sind organisatorisch nicht zu bewältigen. Forderungen wie die Einführung einer 32-Stunden-Woche für Eltern, eines Anspruchs auf befristete Teilzeit für alle oder von Wahlarbeitszeitkorridoren sind weder nötig noch realisierbar“, sagte Brossardt.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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