Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2018

Pressemitteilung

vbw für die Stärkung des ländlichen Raums / Fieber: „Vorhandene Potenziale ausschöpfen“

06.06.2018 - Würzburg

Im Rahmen eines Pressegesprächs hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Chancen und Herausforderungen des ländlichenRaums in Unterfranken skizziert. „Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung sind die beherr-
schenden Themen bei der Diskussion über den ländlichen Raum. Um sie zu meistern, brauchen ländliche Regionen die passenden Rahmenbedingungen. Staat und Politik sind gefordert, ihrem Auftrag nach gleichwertigen Lebensbedingungen nachzukommen und im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge die notwendige Infrastruktur bereitzustellen“, forderte Wolfgang Fieber, Vorsitzender des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Unterfranken.

Laut vbw zeigt sich bei den Auswirkungen des demografischen Wandels und des damit im Zusammen-
hang stehenden Fachkräftemangels ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Ländlichen Regionen wird kaum noch Bevölkerungswachstum prognostiziert. „Während im Landkreis Rhön-Grabfeld bis 2036 ein Bevöl-
kerungsrückgang
um 6,8 Prozent vorhergesagt wird, verliert die Stadt Würzburg im gleichen Zeitraum nur 0,9 Prozent seiner Bewohner. Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil Älterer an der Bevölkerung im Landkreis Rhön-Grabfeld von heute 36 auf 63 Prozent steigt. Würzburg liegt dann gerade mal bei 39 Prozent“, erklärte Fieber und fügte hinzu: „Das hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Fachkräften und führt in manchen unterfränkischen Unternehmen schon heute zu Einschränkungen in der Produktion.“

Damit der ländliche Raum für Fachkräfte attraktiv bleibt, setzt die vbw darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau der Infrastruktur konsequent vorantreibt. „Es ist eine Frage der Gerechtig-
keit
, dass der Staat die ihm aus Steuergeldern zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur effizient, sondern auch adäquat auf alle Teile Bayerns und Unterfrankens verteilt“, betonte Fieber.

Als Folge des demografischen Wandels nehmen verschiedene Formen des Bedarfsverkehrs im ländlichen Raum zu. Vorrangiges Ziel muss laut vbw ein hoher Flexibilisierungsgrad sein, um auf unterschiedliche Raum- und Nachfragestrukturen reagieren zu können. „Die Lage in Unterfranken ist gut. Es muss aber auch künftig ein engmaschiges Verkehrskonzept aus Straßen und öffentlichem Nahverkehr geben. Damit werden wir sowohl den Mobilitätswünschen der Bewohner als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht“, kommentierte Fieber.

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Anbindung des ländlichen Raums ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute rund 90 Prozent der unterfränkischen Haushalte über schnelles Internet. Es finden sich aber noch weiße Flecken in ländlichen Regionen, vor allem in den Landkreisen Aschaffenburg und Bad Neustadt, in denen Telefonie und mobiler Datentransport nur eingeschränkt möglich sind“, erklärte Fieber.

Der ländliche Raum hat ein großes Potenzial als Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort. So ist Bayern in Deutschland das Tourismusziel Nummer eins. In Unterfranken sind Würzburg mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten und die Weinregionen um Iphofen, Sommerach und Volkach touristische Highlights. Die Zahl der Übernachtungen hat im Jahr 2017 die Sechs-Millionen-Marke deutlich überschritten. „Das Naherholungspotenzial ist zugleich ein gutes Argument für die Unternehmen bei der Mitarbeiterge-
winnung
. Und: Wohnraum ist auch noch erschwinglich. Bezahlt man in Würzburg bis zu 550.000 Euro
und mehr für ein Haus, sind es im Landkreis Haßberge nur 250.000 Euro“, so Fieber.

Verena Müller-Drilling, Geschäftsführerin der Müller GmbH Edelstahl-Feinbautechnik und Vorstands-
mitglied der bayme vbm Region Main und Spessart, erklärte: „Der ländliche Raum hat als Standort für Unternehmen Vor- und Nachteile. Aufgabe der Politik in Bund, Land und Kommune muss sein, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass die Nachteile nicht überwiegen. Die Herausforderung für Unternehmen ist, die Vorteile zu nutzen und den ein oder anderen Nachteil in einen Vorteil umzukehren.“

Josef Mend, Bürgermeister von Iphofen, fügte hinzu: „Der ländliche Raum ist ein attraktiver Wirtschafts-
raum
. Charakteristisch sind die naturräumliche und kulturhistorische Vielfalt und eine hohe Dichte zwi-
schenmenschlicher Beziehungen. Er ist keine ‚Restgröße‘ wie er häufig durch die urbane Brille gesehen wird.“

Eberhard Nuß, Landrat des Landkreises Würzburg, sagte: „Das Regionalmanagement des Landkreises Würzburg hat gemeinsam mit den fünf Gemeindeallianzen und den allianzfreien Gemeinden die Heraus-
forderungen der Zukunft im Blick und setzt die heute angesprochenen Themen tatkräftig um. Der Land-
kreis Würzburg ist in der komfortablen Lage, dass bis zum Jahr 2036 die Bevölkerung nahezu stabil bleiben wird. Die besondere Lage des Landkreises, der das Regionalzentrum Würzburg umschließt, bietet vielen Menschen sowohl attraktive Lebens- als auch Arbeitsbedingungen, die Prognose für 2036 ist positiver als für die kreisfreie Stadt Würzburg. Der Branchenmix und die überwiegend mittelständische Prägung der ansässigen Betriebe zeigen auch bei konjunkturellen Schwankungen eine hohe Stabilität und Arbeitsplatzsicherheit. Gerade das Umland von Würzburg kann mit bezahlbarem Bauland und Immobilien-
preisen viele in Würzburg Tätige zum Leben auf dem Land bewegen. Der hohe Freizeit- und Naherholungs-
wert trägt zur Attraktivität zusätzlich bei. Die hervorragende Verkehrsanbindung an alle wichtigen Fern-
straßen, Bahnlinien und der Verkehrslandeplatz machen den Landkreis als Wohnort auch für Berufspendler interessant. Der Ausbau und die stetige Verbesserung des ÖPNV, der Nahversorgung, Schulen und Kitas und die ärztliche Versorgung sind für junge Familien und Senioren weitere Argumente.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Ulla Wolfshöfer
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben