Letzte Aktualisierung: 20. Juni 2018

Pressemitteilung

vbw für die Stärkung des ländlichen Raums / Hatz: „Vorhandene Potenziale ausschöpfen“

20.06.2018 - Passau

Im Rahmen eines Pressegesprächs hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Chancen und Herausforderungen des ländlichenRaums in Niederbayern skizziert. „Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung sind die beherrschenden Themen bei der Diskussion um den ländlichen Raum. Um sie zu meistern, brauchen ländliche Regionen die passenden Rahmenbedingungen. Staat und Politik sind gefordert, ihrem Auftrag nach gleichwertigen Lebensbedingungen nachzukommen und im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge die notwendige Infrastruktur bereitzustellen“, forderte Wolfram Hatz, Vorsitzender des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Niederbayern.

Laut vbw zeigt sich bei den Auswirkungen des demografischen Wandels und des damit im Zusammenhang stehenden Fachkräftemangels ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Ländlichen Regionen wird kaum noch Bevölkerungswachstum prognostiziert, die Metropolregionen boomen hingegen. „Während im Landkreis Regen bis 2036 ein Bevölkerungsrückgang um rund fünf Prozent vorhergesagt wird, wächst die Stadt Landshut im gleichen Zeitraum um über 13 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil Älterer an der Bevölkerung im Landkreis von heute 36 auf 60 Prozent steigt. Landshut liegt dann gerade mal bei knapp unter 46 Prozent“, erklärte Hatz und fügte hinzu: „Das hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Fachkräften und führt in manchen niederbayerischen Unternehmen schon heute zu Einschränkungen in der Produktion.“

Damit der ländliche Raum für Fachkräfte attraktiv bleibt, setzt die vbw darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau der Infrastruktur konsequent vorantreibt. „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass der Staat die ihm aus Steuergeldern zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur effizient, sondern auch adäquat auf alle Teile Bayerns und Niederbayerns verteilt“, betonte Hatz.

Als Folge des demografischen Wandels nehmen verschiedene Formen des Bedarfsverkehrs im ländlichen Raum zu. Vorrangiges Ziel muss laut vbw ein hoher Flexibilisierungsgrad sein, um auf unterschiedliche Raum- und Nachfragestrukturen reagieren zu können. „Die Lage in Niederbayern ist gut. Es muss aber auch künftig ein engmaschiges Verkehrskonzept aus Straßen und öffentlichem Nahverkehr geben. Damit werden wir sowohl den Mobilitätswünschen der Bewohner als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht“, kommentierte Hatz.

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Anbindung des ländlichen Raums ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute knapp drei Viertel Prozent der niederbayerischen Haushalte über schnelles Internet. Es finden sich aber noch weißeFlecken in ländlichen Regionen, vor allem in ländlich geprägten Regionen Niederbayerns wie im Landkreis Freyung-Grafenau, in denen Telefonie und mobiler Datentransport nur eingeschränkt möglich sind“, erklärte Hatz.

Der ländliche Raum hat ein großes Potenzial als Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort. So ist Bayern in Deutschland das Tourismusziel Nummer eins. In Niederbayern sind das Bayerische Golf- und Thermenland oder der Bayerische Wald zwei Highlights unter vielen. Die Zahl der Übernachtungen hat im Jahr 2017 die Zwölf-Millionen-Marke deutlich überschritten. „Das Naherholungspotenzial ist zugleich ein gutes Argument für die Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung. Und: Wohnraum ist auch noch erschwinglich. Bezahlt man in Landshut 450.000 Euro und mehr für ein Haus, sind es in Freyung-Grafenau nur 250.000 Euro“, erläuterte Hatz.

Rose Marie Wenzel, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Niederbayern und Inhaberin der Cafe Conditorei Wiedemann erklärte: „Als Hauptleistungsträger des Tourismus sorgen wir nicht nur dafür, dass für die Mitarbeitergewinnung ein attraktiver Lebensraum zur Verfügung steht, nein, im bayerischen Tourismus sind weit mehr Menschen beschäftigt, als bei Audi und BMW weltweit zusammen. Bei dem Bemühen den ländlichen Raum wieder attraktiver zu gestalten, kommt einem florierenden Tourismus mit seinen Arbeitsplätzen und seiner Wertschöpfung auch in den entlegensten Winkeln eine wesentliche Rolle zu. Es sind die Betriebe der Hotellerie und Gastronomie vor Ort – sie geben dem ländlichen Raum eine Zukunft! Eine Unterstützung dieser Betriebe ist somit gleichzusetzen mit einer Unterstützung des ländlichen Raumes.“

Alois Brundobler, Mitglied des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Niederbayern und Erster Bürgermeister der Gemeinde Bad Füssing, fügte hinzu: „Kurorte und Heilbäder sind starke Wirtschaftsstandorte im ländlichen Raum, rund ein Drittel aller Übernachtungen findet in diesen Orten statt. Die notwendige Infrastruktur wird weitgehend von den Kommunen geschultert. Die finanzielle Ausstattung dieser Orte zu stärken ist seit langem eine Forderung des Heilbäderverbandes. Die Politik muss sich trauen, zu diesen Orten und damit zum ländlichen Raum stärker zu stehen.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Simon Peltzer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Simon Peltzer
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben