Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2018

Pressemitteilung

vbw für die Stärkung des ländlichen Raums / Kathrein: „Vorhandene Potenziale ausschöpfen“

19.06.2018 - Rosenheim

Im Rahmen eines Pressegesprächs hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Chan-
cen und Herausforderungen des ländlichenRaums in Oberbayern und Südost-Bayern skizziert. „Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung sind die beherrschenden Themen bei der Diskussion um den ländlichen Raum. Um sie zu meistern, brauchen ländliche Regionen die passenden Rahmenbedingungen. Staat und Politik sind gefordert, ihrem Auftrag nach gleichwertigen Lebensbedingungen nachzukommen und im Rahmen der kommunalen Daseinsvor-
sorge die notwendige Infrastruktur bereitzustellen“, forderte vbw Vorstandsmitglied Anton Kathrein.

Laut vbw zeigt sich bei den Auswirkungen des demografischen Wandels und des damit im Zusammen-
hang stehenden Fachkräftemangels ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Ländlichen Regionen wird kaum noch Bevölkerungswachstum prognostiziert, die Metropolregionen boomen hingegen. „Während im Land-
kreis Altötting bis 2036 ein Bevölkerungszuwachs um nur 1,8 Prozent vorhergesagt wird, wachsen die Landkreise Mühldorf und Rosenheim im gleichen Zeitraum um über sieben Prozent. In ganz Südostbayern wird die Bevölkerungszahl um 4,2 Prozent steigen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil Älterer an der Bevölkerung vor allem im ländlichen Raum steigt, so zum Beispiel im Landkreis Altötting von heute 36 auf 54 Prozent. In der Stadt Rosenheim wird die Quote dann gerade mal bei 41 Prozent liegen, in München bei knapp 31 Prozent“, erklärte Kathrein und fügte hinzu: „Das hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Fachkräften und führt in manchen oberbayerischen Unternehmen schon heute zu Einschränkungen in der Produktion.“

Damit der ländliche Raum für Fachkräfte attraktiv bleibt, setzt die vbw darauf, dass der Staat den dringend nötigen Auf- und Ausbau der Infrastruktur konsequent vorantreibt. „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass der Staat die ihm aus Steuergeldern zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur effizient, sondern auch adäquat auf alle Teile Bayerns und Oberbayerns verteilt“, betonte Kathrein.

Als Folge des demografischen Wandels nehmen verschiedene Formen des Bedarfsverkehrs im ländlichen Raum zu. Vorrangiges Ziel muss laut vbw ein hoher Flexibilisierungsgrad sein, um auf unterschiedliche Raum- und Nachfragestrukturen reagieren zu können. „Die Lage in Südost-Bayern ist gut. Es muss aber auch künftig ein engmaschiges Verkehrskonzept aus Straßen und öffentlichem Nahverkehr geben. Damit werden wir sowohl den Mobilitätswünschen der Bewohner als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht“, so Kathrein.

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Anbindung des ländlichen Raums ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute fast 91 Prozent der oberbayerischen Haushalte über schnelles Internet. Es finden sich aber noch weiße Fle-
cken
in ländlichen Regionen, vor allem in Teilen der Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting, in denen Telefonie und mobiler Datentransport nur eingeschränkt möglich sind“, erklärte Kathrein.

Der ländliche Raum hat ein großes Potenzial als Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort. So ist Bayern in Deutschland das Tourismusziel Nummer eins. In Südost-Bayern sind die Tourismusregionen Inn-Salzach, Berchtesgadener Land, Chiemgau und Chiemsee-Alpenland Highlights unter vielen. Die Zahl der Über-
nachtungen allein in diesen Regionen belief sich im Jahr 2017 auf 8,8 Millionen. „Das Naherholungspoten-
zial ist zugleich ein gutes Argument für die Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung. Und: Wohnraum ist auch noch erschwinglicher als im Ballungsraum München oder in Ingolstadt“, so Kathrein.

Gabriele Bauer, Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim: „„Für Rosenheim ist die Einbindung in die Europäische Metropolregion München ein entscheidender Standortvorteil. Wir profitieren von einer Schienenanbindung, die uns schneller zum Ost- oder Hauptbahnhof bringt als das von vielen Haltepunk-
ten im Münchener S-Bahn-Netz aus möglich ist. Zudem kann Rosenheim mit einem flächendeckenden Breitbandnetz punkten, das mit 400 Megabit und bis zu 10 Gigabit für Geschäftskunden zu den schnellsten Datennetzen in ganz Deutschland gehört. Die langfristige Sicherung solcher Standortvorteile, zum Beispiel auch im Zuge des künftigen Brennernordzulaufs, ist für Rosenheim von entscheidender Bedeutung. Dazu sind kontinuierliche Investitionen in sämtliche kommunale Infrastrukturen von entscheidender Bedeutung. Trotzdem wäre das alles nutzlos, gäbe es nicht tausende kreative und engagierte Unternehmen in der Region, die den Wirtschaftsraum Rosenheim nachhaltig voranbringen.“

Stefan Neumann, kaufmännischer Geschäftsführer der Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG, Siegsdorf und Mitglied im Vorstand der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern erklärte: „Die Region 18 und insbesondere der Landkreis Traunstein hat viele starke Unternehmen hervorgebracht, für deren Wettbewerbssicherung heute Themen wie Breitbandausbau, eine gute Verkehrsinfrastruktur und die Absicherung von gut qualifizierten Fachkräften absolute Wichtigkeit besitzen. An vielen Stellen wird bereits an diesen Themen gearbeitet, es gibt aber für die Zukunft noch massive Hausaufgaben zu bewältigen.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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