Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2018

Pressemitteilung

vbw für die Stärkung des ländlichen Raums / Ziegelmeier: „Vorhandene Potenziale ausschöpfen“

04.07.2018 - Bobingen

Im Rahmen eines Pressegesprächs hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Chan-
cen und Herausforderungen des ländlichenRaums in Schwaben skizziert. „Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung sind die beherrschenden Themen bei der Diskussion um den ländlichen Raum. Um sie zu meistern, brauchen ländliche Regionen die passenden Rahmenbedingungen. Staat und Politik sind gefordert, ihrem Auftrag nach gleichwertigen Lebensbedingungen nachzukommen und im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge die notwendige Infrastruktur bereit zu stellen“, forderte Werner Ziegelmeier, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Schwaben.

Laut vbw zeigt sich bei den Auswirkungen des demografischen Wandels und des damit im Zusammen-
hang stehenden Fachkräftemangels ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Ländlichen Regionen wird kaum noch Bevölkerungswachstum prognostiziert, die Metropolregionen boomen hingegen. „Während im Landkreis Dillingen an der Donau bis 2036 ein Bevölkerungsrückgang um fast zwei Prozent vorhergesagt wird, wächst die Stadt Augsburg im gleichen Zeitraum um rund acht Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil Älterer an der Bevölkerung im Landkreis von heute 32 auf 56 Prozent steigt. Augsburg liegt dann gerade mal bei rund 39 Prozent“, erklärte Ziegelmeier und fügte hinzu: „Das hat Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Fachkräften und führt in manchen schwäbischen Unternehmen schon heute zu Einschränkungen in der Produktion.“

Damit der ländliche Raum für Fachkräfte attraktiv bleibt, setzt die vbw darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau der Infrastruktur konsequent vorantreibt. „Es ist eine Frage der Gerechtig-
keit
, dass der Staat die ihm aus Steuergeldern zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur effizient, sondern auch adäquat auf alle Teile Bayerns und Schwabens verteilt“, betonte Ziegelmeier.

Als Folge des demografischen Wandels nehmen verschiedene Formen des Bedarfsverkehrs im ländlichen Raum zu. Vorrangiges Ziel muss laut vbw ein hoher Flexibilisierungsgrad sein, um auf unterschiedliche Raum- und Nachfragestrukturen reagieren zu können. „Die Lage in Schwaben ist gut. Es muss aber auch künftig ein engmaschiges Verkehrskonzept aus Straßen und öffentlichem Nahverkehr geben. Damit werden wir sowohl den Mobilitätswünschen der Bewohner als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht“, kommentierte Ziegelmeier.

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Anbindung des ländlichen Raums ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute fast 90 Prozent der schwäbischen Haushalte über schnelles Internet. Es finden sich aber noch weißeFlecken in ländlichen Regionen, vor allem im Allgäu und in West-Mittelschwaben, in denen Telefonie und mobiler Datentransport nur eingeschränkt möglich sind“, erklärte Ziegelmeier.

Der ländliche Raum hat ein großes Potenzial als Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort. So ist Bayern in Deutschland das Tourismusziel Nummer eins. In Schwaben sind das Allgäu und das Donautal zwei Highlights unter vielen. Die Zahl der Übernachtungen im Jahr 2017 hat die 16-Millionen-Marke deutlich überschritten. „Das Naherholungspotenzial ist zugleich ein gutes Argument für die Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung. Und: Wohnraum ist auch noch erschwinglich. Bezahlt man in Augsburg bis zu 1,5 Millionen Euro für ein Haus, sind es in Dillingen nur 400.000 Euro“, erklärte Ziegelmeier.

Dr. Markus Partik, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Schwaben und Geschäftsführer der SGL CARBON GmbH erklärte: „Gerade um junge Leistungsträger in den Regionen halten zu können ist es wichtig, dass bezahlbare Bauplätze für junge Familien ausgewiesen werden und die Kinderbetreuungsangebote verbessert werden.“

Martin Sailer, Landrat, Landkreis Augsburg, fügte hinzu: „Wichtig ist vor allem, Flächen bereitzustellen und die kommunale Infrastruktur auszubauen. Der Landkreis Augsburg setzt hier auf konsequente Wirtschaftsförderung. Durch die Ansiedlung von Unternehmen im ländlichen Raum, entstehen für die Menschen vor Ort kürzere Wege zum Arbeitsplatz, was sich wiederum positiv auf den Verkehr auswirkt.“


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Tobias Kochta

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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