Letzte Aktualisierung: 03. Juli 2018

Pressemitteilung

vbw für die Stärkung des ländlichen Raums / Hubert: „Vorhandene Potenziale ausschöpfen“

03.07.2018 - Nürnberg

Im Rahmen eines Pressegesprächs hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die Chan-
cen und Herausforderungen des ländlichenRaums in Mittelfranken skizziert. „Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Digitalisierung sind die beherrschenden Themen bei der Diskussion um den ländlichen Raum. Um sie zu meistern, brauchen ländliche Regionen die passenden Rahmenbedingungen. Staat und Politik sind gefordert, ihrem Auftrag nach gleichwertigen Lebensbedingungen nachzukommen und im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge die notwendige Infrastruktur bereitzustellen“, forderte Harald Hubert, Vorsitzender des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Mittelfranken.

Laut vbw zeigt sich bei den Auswirkungen des demografischen Wandels und des damit im Zusammen-
hang stehenden Fachkräftemangels ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. Ländlichen Regionen wird kaum noch Bevölkerungswachstum prognostiziert, die Metropolregionen boomen hingegen. „Während Fürth um rund acht Prozent wachsen wird, wird die Einwohnerzahl im Land-
kreis Weißenburg-Gunzenhausen nur um 0,2 Prozent zulegen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Anteil Älterer an der Bevölkerung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen von heute 36 auf 58 Prozent im Jahr 2036 steigen wird. In Erlangen steigt er nur von 28 Prozent auf 37 Prozent“, erklärte Hubert und fügte hinzu: „Insgesamt hat der demografische Wandel Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Fachkräften und führt in manchen mittelfränkischen Unternehmen schon heute zu Einschränkungen in der Produktion.“

Damit der ländliche Raum für Fachkräfte attraktiv bleibt, setzt die vbw darauf, dass der Staat den dringend notwendigen Auf- und Ausbau der Infrastruktur konsequent vorantreibt. „Es ist eine Frage der Gerechtig-
keit
, dass der Staat die ihm aus Steuergeldern zur Verfügung stehenden Mittel nicht nur effizient, sondern auch adäquat auf alle Teile Bayerns und Mittelfrankens verteilt“, betonte Hubert.

Als Folge des demografischen Wandels nehmen verschiedene Formen des Bedarfsverkehrs im ländlichen Raum zu. Vorrangiges Ziel muss laut vbw ein hoher Flexibilisierungsgrad sein, um auf unterschiedliche Raum- und Nachfragestrukturen reagieren zu können. „Die Lage in Mittelfranken ist gut. Es muss aber auch künftig ein engmaschiges Verkehrskonzept aus Straßen und öffentlichem Nahverkehr geben. Damit werden wir sowohl den Mobilitätswünschen der Bewohner als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht“, kommentierte Hubert.

Ein weiterer wichtiger Baustein für eine optimale Anbindung des ländlichen Raums ist eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. „Dank der seit 2013 laufenden Breitbandoffensive des Freistaats verfügen heute fast 90 Prozent der mittelfränkischen Haushalte über schnelles Internet. Beim Mobilfunk finden sich aber noch weißeFlecken in ländlichen Regionen, in denen Telefonie und mobiler Datentransport nur eingeschränkt möglich sind“, erklärte Hubert.

Der ländliche Raum hat ein großes Potenzial als Wirtschafts-, Wohn- und Kulturort. So ist Bayern in Deutschland das Tourismusziel Nummer eins. In Mittelfranken sind das Nürnberger Land oder die Tourismusregion „Romantisches Franken“ zwei Highlights unter vielen. Die Zahl der Übernachtungen hat im Jahr 2017 die Acht-Millionen-Marke deutlich überschritten. „Das Naherholungspotenzial ist zugleich ein gutes Argument für die Unternehmen bei der Mitarbeitergewinnung. Und: Wohnraum ist auch noch erschwinglich. Bezahlt man in Erlangen über 700.000 Euro für ein Haus, sind es in der Region Ansbach unter 350.000 Euro“, so Hubert.

Karl-Heinz Fitz, Erster Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen, betonte: „Leben und Arbeiten im länd-
lichen Raum bietet erhebliche Vorzüge und Chancen. Den nicht im ländlichen Raum lebenden Menschen wie auch den dort nicht tätigen Unternehmen sind diese Vorteile oft nicht bewusst. Außerdem wissen sie oft wenig über die ländlichen Räume. Die Politik beginnt zu begreifen, welche Entlastungen es für die Metropolen bringt, wenn ländliche Räume gefördert werden. Dennoch sind wir von gleichwertigen Lebensbedingungen, wie es die Bayerische Verfassung fordert, auch im Bewusstsein und Handeln noch weit entfernt.“

Frank Dommel, Geschäftsführer der Dommel GmbH, sagte: „Der ländliche Raum hat Vorteile sowie gefühlte und tatsächliche Nachteile - daher gibt es noch einiges zu verbessern. Wir müssen stärker gegen die gefühlten Nachteile argumentieren, gleichzeitig die Vorteile besser herausstellen und uns den Heraus-
forderungen Schritt für Schritt stellen. Es ist wichtig, den ländlichen Raum durch gezielte Maßnahmen gemeinsam mit Kommunen, Verbänden und der Politik zu stärken.“


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Dirk Strittmatter

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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