Letzte Aktualisierung: 31. März 2020

Pressemitteilung

vbw: Tatsächlicher Lohnunterschied deutlich unter fünf Prozent / Brossardt: „Mehr Frauen für Vollzeit und vollzeitnahe Beschäftigung gewinnen“

31.03.2020 - München

Anlässlich der heutigen Bekanntgabe der unbereinigten Lohnlücke zwischen Frauen und Männern für den Freistaat in Höhe von 23 Prozent fordert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. einen sachlichen Umgang mit dem Thema Entgeltgleichheit. „Bei der unbereinigten Lohnlücke werden Männer und Frauen miteinander verglichen, die ganz unterschiedliche Berufe, Qualifikationen und Erwerbsbiografien aufweisen. Rund drei Viertel des Verdienstunterschiedes zwischen Männern und Frauen sind strukturbedingt. Berücksichtigt man Faktoren wie berufliche Auszeiten, Teilzeitbeschäftigung und die Berufsorientierung, sinkt der Gender Pay Gap deutlich und liegt laut Statistischem Bundesamt bei deutlich unter fünf Prozent. Der ausgewiesene Gender Pay Gap ist daher irreführend“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Gerade Teilzeitbeschäftigung und familienbedingte Erwerbsunterbrechungen sind nach Ansicht der vbw entscheidende Ursachen für Entgeltunterschiede zwischen den Geschlechtern. Nach wie vor reduzieren oder unterbrechen Frauen häufiger und länger als Männer aus familiären Gründen ihre Erwerbstätigkeit. Auch der Teilzeitanteil liegt bei Frauen mit 48 Prozent deutlich über dem Wert für Männer mit 9,6 Prozent „Karrierebrüche und die entsprechend geringere Berufserfahrung wirken sich negativ auf die Gehaltsentwicklung aus. Will man den Gender Pay Gap verkleinern, muss man hier ansetzen“, so Brossardt.

Die vbw fordert, dass staatliche Betreuungsangebote für Kinder, Jugendliche und pflegebedürftige Angehörige weiter ausgebaut werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Brossardt: „Die Rahmenbedingungen müssen stärker an die Lebenssituation von Frauen angepasst werden, denn sie übernehmen oft größere Betreuungspflichten.“

Hinzukommt, dass sich Frauen seltener für die traditionell besser bezahlten Berufe im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften entscheiden. „Wir müssen bei der Berufs- und Studienwahl von Frauen ansetzen und sie noch stärker als bislang für tendenziell männerdominierte Branchen und Berufe begeistern. Die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm führen seit vielen Jahren Projekte durch, um Mädchen bereits im Schulalter für technische Berufe zu interessieren, zum Beispiel mit den Projekten ‚Girls‘ Day Akademie‘ oder ‚Mädchen für Technik-Camps‘“, sagte Brossardt.


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