Letzte Aktualisierung: 16. Juni 2017

Pressemitteilung

vbw Studie: Deutsche Importnachfrage sorgt EU-weit für 4,8 Millionen Jobs / Brossardt: „Scheindiskussion um deutschen Leistungsbilanzüberschuss beenden“

16.06.2017 - München

„Die Kritik, wonach die Stärke der deutschen Industrie zu Lasten anderer Staaten in der EU geht, ist völlig unbegründet – das Gegenteil ist der Fall: Die Nachfrage aus Deutschland sorgt für 4,8 Millionen Jobs in den anderen EU-Staaten“, fasst Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die Ergebnisse einer aktuellen vbw Studie, die Prognos für die vbw erstellt hat, zusammen.

„In Ländern wie Tschechien, der Slowakei, den Niederlanden oder Österreich bedingt die deutsche Importgüternachfrage zwischen sieben und acht Prozent der gesamtwirtschaftlichen Brutto-
wertschöpfung
– und sorgt damit für jeweils hunderttausende Arbeitsplätze. Für die höchsten Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte ist dabei die Nachfrage der deutschen Industrie nach Vorleistungs- und Investitionsgütern verantwortlich – allein darauf entfallen 3,4 Millionen Beschäftigte in Europa. Die übrigen sind auf den privaten Konsum zurückzuführen“, sagt Brossardt. „Eine dynamische deutsche Industrie bremst die Entwicklung in den anderen EU-Staaten nicht, sondern ist umgekehrt eine wichtige Triebfeder für deren eigene Wachstumsdynamik“, so der vbw Hauptgeschäftsführer.

Die vbw hat außerdem untersucht, welche Folgen eine weniger wettbewerbsfähige deutsche Industrie mit niedrigerem Importbedarf und höheren Verkaufspreisen für ihre Güter hätte. „In diesem Szenario würden besonders die Staaten leiden, die eng mit der deutschen Wirtschaft verbunden sind. In der gesamten EU würde die Wirtschaftsleistung bis 2023 um 36 Milliarden Euro niedriger ausfallen, als bei einer Fortsetzung der aktuellen Entwicklung“, erklärt Brossardt.

Zudem hat die Studie ergeben, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht zu einer breiten Marktverdrängung von Unternehmen aus den übrigen Ländern führt. „Vielmehr profitieren die Volkswirtschaften Europas von der deutschen Wettbewerbsfähigkeit: Sie können nicht nur mehr Produkte nach Deutschland verkaufen, sondern auch ihren eigenen Bedarf an deutschen Produkten günstig decken“, sagt Brossardt. Angesichts dieser Ergebnisse forderte Brossardt, „die Scheindiskussion um angebliche negative Effekte des deutschen Leistungsbilanzüberschusses zu beenden. Eine schwächere deutsche Wirtschaft und Industrie würde kein anderes Land stärker machen und damit niemandem nützen.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dirk Strittmatter

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Dirk Strittmatter
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben