Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2020

Pressemitteilung

vbw: Sichere und bezahlbare Stromversorgung erfolgskritisch für den Standort / Brossardt: „Brauchen mehr Tempo beim Netzausbau und europäisch verflochtenes Energiesystem“

14.10.2020 - München

Im Herbst 2020 stehen die Unternehmen aufgrund der ökonomischen Schäden durch die Corona-Krise und dem Transformationsprozess im Hinblick auf Klimaschutz und Digitalisierung vor großen Herausforderungen. In dieser Gemengelage fordert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts eine sichere, bezahlbare und saubere Stromversorgung. „Dafür brauchen wir auf allen politischen Ebenen mehr Mut zur Veränderung. Beim Netzausbau brauchen wir mehr Tempo und müssen die großen Stromübertragungsleitungen für Windstrom aus dem Norden in den Süden so schnell wie möglich fertigstellen“, fordert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt im Rahmen des vbw Kongresses „Sichere und bezahlbare Stromversorgung“.

Nach Ansicht der vbw muss das Energiesystem europäisch gedacht werden, um bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien zu einer Art Arbeitsteilung zu kommen. „Jeder Mitgliedsstaat und jede Region baut vor allem die Technologie aus, die aufgrund der jeweiligen geologischen und meteorologischen Bedingungen den größten Output verspricht – Wind im Norden, Sonne im Süden, Wasserkraft in Gebirgsländern. Mit den dadurch breit verteilten Risiken würden wir an Versorgungssicherheit gewinnen. Dezentralität und großräumiger Stromaustausch schließen sich nicht aus, sondern bedingen sich wechselseitig“, betont Brossardt.

Zudem fordert die vbw, bestehende Hemmnisse für den Ausbau erneuerbarer Energien zu beseitigen. „Deutschland ist das einzige Industrieland der Welt, das den Ausstieg aus der Kernenergie und die Dekarbonisierung gleichzeitig vorantreibt. Das ist eine riesige Herausforderung. Hinzu kommen ambitionierte Klimaziele. Deshalb müssen wir den Ausbau der erneuerbaren Energien möglichst schnell und effizient voranbringen und bestehende Hemmnisse abbauen. Ich denke hier insbesondere an die Abstandsregeln bei Windenergie an Land. Wer die Energiewende will, muss auch ertragen, dass sie stattfindet. Bei den Kosten gilt: Niedrige Strompreise sind ein starker Treiber für den Klimaschutz. Nur so können wir sauberen Strom verstärkt für klimafreundliche Wärme, Mobilität und Industrieprozesse nutzen. Deshalb müssen die Stromsteuer und die Netzentgelte gesenkt werden. Die EEG-Umlage sollte mittelfristig unter die Fünf-Cent-Marke gedrückt werden“, so Brossardt.


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