Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2017

Pressemitteilung

vbw: Robotersteuer ist technik- und innovationsfeindlich / Brossardt: „Digitalisierungserfolge sichern Arbeitsmarkt ab“

10.02.2017 - München

Im Rahmen einer Diskussionsrunde der Friedrich-Ebert-Stiftung in München erteilte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., der Einführung einer Robotersteuer eine klare Absage: „Eine Robotersteuer ist technik- und innovationsfeindlich. Sie mindert die Bereitschaft aller Beteiligten, sich auf die moderne Arbeitswelt einzulassen und führt zu Abwanderungstendenzen von innovativen Unternehmen. Der Plan, dass der Staat befürchtete materielle Verluste durch die Digitalisierung mit der Robotersteuer kompensiert, geht nicht auf. Dauerhaft ausreichende Steuereinnahmen lassen sich nur durch Wirtschaftswachstum schaffen. Es gilt, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Wir müssen sie aktiv angehen.“

Im Vordergrund steht, dass Aus- und Weiterbildung durch Qualifizierungsangebote an die digitale Arbeitswelt angepasst werden. Außerdem gilt es, die digitale Innovationskraft der Unternehmen und ihre Arbeitsplätze zu erhalten und zu steigern – auch über eine verbesserte steuerliche Forschungsförderung. „Wenn uns das gelingt, profitieren Arbeitnehmer und Beschäftigungssuchende von der Digitalisierung. Und wir halten unser Land im digitalen Zeitalter international an der Spitze“, so Bertram Brossardt.

„Wir müssen die Arbeitsmarktsorgen der Menschen ernst nehmen und verdeutlichen, dass die Digitalisierung keine beschäftigungsfeindlichen Auswirkungen hat. Trotz großer technischer Fortschritte gibt es in Deutschland heute vier Millionen mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte als noch 1991. Auch die Automatisierung in den letzten Jahren hat keine Arbeitsplätze verdrängt, sondern dafür gesorgt, dass Jobs in Deutschland erhalten blieben. Im Zuge der Digitalisierung schaffen wir nicht nur neue Produkte und Geschäftsmodelle, sondern auch interessante neue Tätigkeiten und Berufe.“

Hinzu kommt die demografische Entwicklung: „Die Lücke an qualifizierten Fachkräften wird die Digitalisierung nicht schließen können. Die Arbeit stirbt nicht aus. Sie verändert sich, und zwar zum Besseren“, betont Brossardt.


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