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    Letzte Aktualisierung: 10. Mai 2016

    Pressemitteilung

    vbw: Pflegesystem zukunftssicher machen / Brossardt: „Finanzierung muss vom Lohn entkoppelt werden"

    10.05.2016 - München

    Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai fordert die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., das Pflegesystem in Deutschland zukunftssicher zu machen. „Die Politik geht das Thema zu einseitig an: Obwohl der demografische Wandel Fakt ist, wird fast nur über Leistungsausweitungen gesprochen und viel zu wenig darüber, wie die Pflege in Zukunft finanziert werden kann“, kritisiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Bei immer mehr Pflegebedürftigen und immer weniger Beitragszahlern kann die gesetzliche Pflegeversicherung nur leistungsfähig bleiben, wenn die Finanzierung vom Faktor Lohn entkoppelt wird.“

    Die vbw spricht sich deshalb für eine starke private Säule bei der Pflegefinanzierung aus und hat in Kooperation mit dem Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität Köln bereits einen Vorschlag für eine gerechte und gangbare Pflegevorsorge erarbeitet. Das Modell sieht einen Umstieg vom demografie- und konjunkturanfälligen Umlagesystem hin zu einem Rücklagensystem vor. „Die im Pflegestärkungsgesetz I umgesetzte demografische Rücklage geht in die richtige Richtung, ist aber als kollektiver Kapitalstock potenziell dem Zugriff der Politik ausgesetzt und deshalb falsch konstruiert. Zudem ist der Umfang zu gering“, kritisiert Brossardt und fordert schnelles Handeln, zumal das Zeitfenster für eine Umstellung klein sei.

    Er weist außerdem auf den massiven Fachkräftemangel in der Pflege hin: „Die vbw Studie ‚Pflegelandschaft 2030‘ zeigt, dass allein in Bayern bis 2020 gut 50.000 Pflegekräfte fehlen werden. Die Politik muss ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegen, das eine qualitativ hochwertige Pflege mit den Aspekten Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit vereint und die Frage der fehlenden Fachkräfte berücksichtigt. Dieses Konzept fehlt bislang im politischen Prozess.“

    Dem aktuell diskutierten Reformvorschlag, die bisherigen Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Ausbildung zusammenzulegen, erteilte Brossardt eine klare Absage: „Eine Einheitsausbildung würde zu einem Verlust von notwendigen Fachkompetenzen und damit zu Qualitätseinbußen in der Pflege führen. Die hohen Hürden, die durch die Reform für Ausbildungsträger entstehen, würden zudem den bereits bestehenden Fachkräftemangel in der Altenpflege weiter verschärfen.“


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