Letzte Aktualisierung: 09. Mai 2018

Pressemitteilung

vbw: Neue Mobilitätskonzepte Basis für wirtschaftlichen Erfolg/ Brossardt: „Staat muss Wandel flankieren und wo nötig fördern“

09.05.2018 - Aschaffenburg

Mobilität ist ein Schlüsselfaktor unserer vernetzten und arbeitsteiligen Wirtschaft“, erklärte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., beim vbw Kongress „Neue Mobilitätskonzepte für Wirtschaft und Bürger“ in Aschaffenburg. Dabei diskutierten Experten aus Wirtschaft und Politik über neue Nutzungs-konzepte wie Car-Sharing, die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens und die digitale Vernetzung von Mobilitätssystemen.

„Hohe und weiter steigende Mobilitätsbedürfnisse von Wirtschaft und Bürgern treffen auf ambitionierte Vorgaben zum Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie eine Infrastruktur, die heute schon oft an ihre Belastungsgrenzen stößt. Um das alles miteinander in Einklang zu bringen, brauchen wir intelligente neue Mobilitätskonzepte,“ skizzierte Brossardt die Rahmenbedingungen der bayerischen Wirtschaft.

Die anhaltende Diskussion um die Antriebstechnologien und insbesondere den Diesel fordert alle Marktteilnehmer massiv heraus. „Ein Diesel-Einfahrverbot in Städte lehnen wir mit allem Nachdruck ab. Ein solches Einfahrverbot wäre unverhältnismäßig. Es gibt besser wirkende Maßnahmen, wie eine ‚Grüne Welle‘, intelligente Verkehrssteuerung oder City-Logistik-Konzepte zur Effizienzverbesserung des Lieferverkehrs. Für jeden Bürger müssen Arbeitgeber und wichtige Bildungs- und Versorgungszentren gut erreichbar sein“, stellte Brossardt klar.

Handlungsbedarf sieht auch Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback: „Als bayerischer Justizminister setze ich mich schon seit langem für einen ganz zentralen Baustein der Mobilitäts-
entwicklung der Zukunft ein: Wir wollen den Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge an privaten Stellplätzen rechtlich erleichtern! Denn eines ist klar: Nur wenn das Auto auch zu Hause ohne großen Aufwand wieder „aufgetankt“ werden kann, hat die Zukunftstechnologie Elektromobilität eine echte Chance. Deshalb habe ich auch erfolgreich dafür gekämpft, dass dieses wichtige Thema im Berliner Koalitionsvertrag steht. Jetzt muss der Bund rasch handeln! Meine Vorschläge liegen auf dem Tisch.“

In ihrer Agenda für Deutschland fordert die vbw eine gemeinsame Strategie aller Beteiligten: „Um Innovationsführer bei den Mobilitätskonzepten zu sein, muss der Staat diesen Wandel flankieren und wo nötig fördern: mit Forschungsprogrammen, durch den Ausbau der Infrastruktur und einen innovationsfreundlichen Rechtsrahmen. Kerngedanke dabei muss die Technologieoffenheit sein“, stellte Brossardt klar.

Entscheidende Standortfaktoren sind auch attraktive Verkehrswege: „Die Aufstockung der Mittel für den Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur – einschließlich der Verkehrsleitsysteme – muss auf hohem Niveau weiter fortgeschrieben und zügig umgesetzt werden. Die vorhandenen Mittel müssen zügig verbaut werden. Zu den Verkehrswegen gehören auch flankierende hochleistungsfähige Kommunikationsnetze. Die einzelnen Verkehrsträger müssen wir über hoch funktionale Schnittstellen und digitale Steuerungs-
möglichkeiten optimal miteinander vernetzen“, so Brossardt weiter.

In Unterfranken ist der Ausbau der B 26 als zentraler Verkehrsweg sowohl für die Stadt Aschaffenburg als auch die gesamte Region von besonderer Bedeutung. Sie ist ein wichtiger Bestandteil einer Verkehrsnetzoptimierung für Aschaffenburg und die Region Bayerischer Untermain im Zusammenspiel mit der Bundesverkehrswegeplanmaßnahme zum Ausbau der B 26 und B 469.

Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog fügte hinzu: „Die Gewährleistung einer guten und bedarfsgerechten Mobilität für die Wirtschaft und Bürger ist eine regionale Aufgabe. Neue Mobilitätskonzepte müssen im Gespräch mit den Betroffenen entwickelt werden und in Teilbereichen umsetzbar sein, die von den Nutzern als wirksam und gewinnbringend erlebt werden.“

Sebastian Lechner, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen e. V., erklärte: „Unser Gewerbe begrüßt das gestiegene Bewusstsein für Mobilität, insbesondere auch für die Notwendigkeit des Straßengüterverkehrs. Wir stehen auch zu unserer Verpflichtung, einen angemessenen Beitrag zur Finanzierung der Infrastruktur zu leisten. Immerhin sind allein seit Einführung der LKW-Maut im Jahr 2005 über 53 Milliarden Euro zusätzlich in die Staatskasse geflossen. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Mittel auch 1:1 in die Infrastruktur zurückfließen und daneben auch der Ausbau der digitalen Autobahnen vorangetrieben wird, um den Logistikstandort Bayern und Deutschland zukunftssicher zu gestalten.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Ulla Wolfshöfer

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Ulla Wolfshöfer
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben