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    Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2016

    Pressemitteilung

    vbw: Lohngerechtigkeitsgesetz ist überflüssig / Brossardt: „Tarifverträge gewährleisten diskriminierungsfreie Entlohnung“

    08.07.2016 - München

    Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat sich auf ihrem „Deutschland hat Zukunft“-Kongress „Lohngerechtigkeitsgesetz – Auswirkungen auf die Unternehmen“ scharf gegen das geplante Lohngerechtigkeitsgesetz ausgesprochen und die Berechnungsmethode des sogenannten „Gender Pay Gap“ kritisiert.

    vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Beim ‚Gender Pay Gap‘ werden die Gehälter aller Frauen und Männer mit völlig unterschiedlichen Berufen, Qualifikationen und Erwerbsbiografien miteinander verglichen. Diese unbereinigte Lohnzahlungslücke ist nicht aussagekräftig, weil Frauen zum Beispiel öfter in Teilzeit arbeiten oder ihre Berufstätigkeit familienbedingt häufiger und länger unterbrechen. Die bereinigte Lohnzahlungslücke berücksichtigt diese Faktoren und liegt – je nach Methode – nur noch zwischen zwei und sieben Prozent.“ Um diese geringe Lücke zu schließen, fordert die vbw, an den eigentlichen Gründen für Entgeltunterschiede zu arbeiten: Die Berufs- und Branchenwahl von Frauen zu verbreitern, Betreuungsangebote zur Entlastung der berufstätigen Mütter auszubauen sowie familienfreundliche Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt zu schaffen.

    „Das geplante Lohngerechtigkeitsgesetz will die ohnehin kaum bestehende Lohnlücke auf Kosten massiver Eingriffe in die Tarifautonomie und die Lohnfindung beseitigen. Es geht dabei weit über die Vereinbarungen im Koalitionsvertrag hinaus. Unabhängig von der Unternehmensgröße ist beispielsweise ein individueller Auskunftsanspruch über den Verdienst von Kollegen ebenso vorgesehen wie die Pflicht, bei Stellenausschreibungen ein Mindestgehalt anzugeben. Das trägt Unfrieden in die Betriebe und erhöht die Bürokratie“, kritisierte Brossardt.

    Für Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sieht der derzeitige Stand des Gesetzesvorschlags außerdem umfangreiche Berichtspflichten sowie ein betriebliches Prüfverfahren über den aktuellen Stand der Entlohnung von Frauen und Männern vor. „Diese Vorschläge sind überflüssig, weil Entgeltdiskriminierung ohnehin verboten ist, und sie sind wirkungslos, weil sich an den Gründen für unterschiedliche Durchschnittslöhne nichts ändert“, betonte Brossardt. Er wies darauf hin, dass Tarifverträge eine diskriminierungsfreie Entlohnung gewährleisten und forderte deshalb, wenigstens tarifgebundene Unternehmen von Auskunftspflichten auszunehmen, wenn das überflüssige Gesetz nicht zu verhindern ist.


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