Letzte Aktualisierung: 29. März 2016

Pressemitteilung

vbw: Lebensleistungsrente untergräbt Grundprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung / Brossardt: „Umverteilung durch Rentensystem beugt Altersarmut nicht vor“

29.03.2016 - München

„Wir sind entschieden gegen die Pläne von Bundesarbeitsministerin Nahles, eine Lebensleistungsrente einzuführen. Ein solches Modell würde das Grundprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung untergraben, da es den Zusammenhang zwischen erbrachter Beitragsleistung und späterer Rentenhöhe aushöhlen und so zu einer ungerechten Lastenverteilung im System führen würde“, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. „Auch in Zukunft müssen sich Beitragszahler darauf verlassen können, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung das Äquivalenzprinzip gilt, man also für seine Beiträge eine proportionale Gegenleistung bekommt. Die Lebensleistungsrente würde dafür sorgen, dass die Rentenbeiträge den Charakter einer bloßen Steuer bekämen. Denn der Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung ginge verloren.“

Durch die geplante Lebensleistungsrente sollen Versicherte eine Aufwertung ihrer Rente erhalten, wenn sie trotz langjähriger Einzahlung im Alter weniger als 30 Rentenentgeltpunkte erreichen. Brossardt betont: „Geringe Leistungen aus der gesetzlichen Rente begründen allein noch kein Armutsproblem. Bedürftigkeit zu lindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das gesetzliche Rentensystem ist nicht der richtige Ort, um Umverteilung zu betreiben. Der nötige Ausgleich muss vielmehr über eine staatliche Förderung erzielt werden, die am besten bereits an der Vorsorge ansetzt.“ Zur Bekämpfung von Altersarmut gilt es laut vbw daher zum einen, die Erwerbsbiografien zu verstetigen und Arbeitslosigkeit zu verhindern. Zudem müssen auch für Geringverdiener attraktive Möglichkeiten geschaffen werden, privat für das Alter vorzusorgen. „Vor allem angesichts des demografischen Wandels brauchen wir ein Rentensystem, das langfristig finanziert werden kann und alle drei Alterssicherungssäulen – die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche Altersversorgung und die private Zusatzvorsorge – gleichermaßen einschließt“, so Brossardt.


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Dr. Theresa Lena Sauter

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