Letzte Aktualisierung: 18. September 2020

Pressemitteilung

vbw Konjunkturradar erwartet für 2020 stärkeren BIP-Rückgang als zur Finanzkrise / Brossardt: „Politische Impulse müssen jetzt wirtschaftliche Erholung beschleunigen“

18.09.2020 - München

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2020 deutlich um 9,7 Prozent geschrumpft. Laut dem aktuellen Konjunkturradar Inland 03/2020 der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V ist dies der höchste Rückgang des Bruttoinlandprodukts, seit im Jahr 1970 erstmals eine vierteljährliche Erhebung der wichtigsten Kennzahlen eingeführt wurde. „Zwar gibt es Signale für eine erste Erholung der meisten Wirtschaftszweige. Für das Gesamtjahr 2020 erwarten wir aber sowohl für Deutschland als auch für Bayern eine Abnahme der Wirtschaftsleistung, die stärker sein wird als während der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2009“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich in den einzelnen Branchen unterschiedlich. So verzeichnete der bayerische Einzelhandel im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 0,2 Prozent und hat die Talsohle relativ rasch durchschritten. Auch das Baugewerbe entwickelte sich weiterhin robust. In der Gastronomie hingegen fielen die Umsätze im zweiten Quartal in Bayern um 53,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich Beherbergung war es sogar ein Minus von 74,4 Prozent. Ebenfalls deutlich von der Krise beeinträchtigt ist das verarbeitende Gewerbe.

Infolge der globalen Corona-Krise sanken die Exporte bundesweit im zweiten Quartal um knapp 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Bayern gingen sie um gut 30 Prozent zurück. Nach wie vor belasten die schwierigen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die deutsche und bayerische Volkswirtschaft gravierend. „Um den globalen Handel zu stärken, müssen Handelsbarrieren und Zollmaßnahmen abgebaut werden. Außerdem brauchen die Unternehmen endlich Klarheit über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Brexit“, so Brossardt.

Die schwierige wirtschaftliche Situation macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Arbeitslosenquote stieg im August bundesweit auf 6,4 Prozent. Im August 2019 waren es 5,1 Prozent. In Bayern lag der Anteil der Arbeitslosen mit 4,1 Prozent (August 2019: 2,9 Prozent) niedriger als überall sonst in Deutschland. Dennoch sieht die vbw die Politik weiter in der Pflicht: „Kurzarbeitergeld-Sonderregelungen und die Aussetzung der Insolvenzanmeldepflicht haben das Schlimmste zunächst verhindert. Jetzt sind politische Impulse nötig, um den Erholungsprozess zu beschleunigen und weitere Beschäftigungsverluste abzuwenden“, betont Brossardt.


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