Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2016

Pressemitteilung

vbw Kongress zur Sicherheitskonferenz über Spionage, Sabotage und Kriminalität / Gaffal: „Wirtschaftsschutz liegt im Kerninteresse der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik”

12.02.2016 - München

Zum 11. Mal trafen sich heute auf Einladung der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. Experten aus Politik und Wirtschaft, um im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz wichtige sicherheitspolitische Themen aus Sicht der deutschen und bayerischen Wirtschaft zu diskutieren. Der Schwerpunkt der diesjährigen Veranstaltung lag auf den aktuellen Herausforderungen im Wirtschaftsschutz, die von Industrie- und Wirtschaftsspionage bis hin zu organisierter Kriminalität reichen. Rund 200 Gäste waren dazu in die ehemalige Karmeliterkirche in München gekommen.

vbw Präsident Alfred Gaffal machte deutlich, dass die digitale Revolution auch die Wirtschaftskriminalität grundlegend verändert hat. „IT-Lösungen sind zunehmend in moderne Produktionsprozesse integriert, Unternehmen setzen auf Cloud Computing, Big Data und globale Vernetzung. Das macht sie jedoch auch für Cyberangriffe verwundbar. Für einen wirksamen Wirtschaftsschutz muss die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Sicherheitsstellen und der Wirtschaft intensiviert werden. Der Informationsaustausch zwischen Staat und Industrie erfordert auch eine Harmonisierung der gesetzlichen Grundlagen in Europa“, so Gaffal. Ein wichtiges Instrument für den einheitlichen Datenschutz in Europa sieht Gaffal in der EU-Datenschutzverordnung. „Unterschiedliche Datenschutzanforderungen sind eine Wettbewerbsverzerrung. Die Unternehmen brauchen einheitliche Regeln für den Umgang mit Daten, um Bürokratie zu verringern und unnötige Kosten zu sparen.“

In seiner Rede begrüßte Gaffal, dass die Bundesregierung in diesem Jahr ein neues Weißbuch zur Sicherheitspolitik vorlegen wird. „Neben dem Schutz der Menschen muss darin auch der Schutz der Unternehmen eine zentrale Rolle spielen. Denn der Wirtschaftsschutz muss ein Kerninteresse der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik sein“, so Gaffal. Die vbw setzt sich dafür ein, dass Staat und Wirtschaft sich gemeinsam dem Schutz von weltweiten Handels- und Logistikketten widmen. „Dabei gilt es jedoch, nicht über das Ziel hinauszuschießen. Das Gleichgewicht zwischen Sicherheitsverfahren und dem freien Handelsverkehr muss gewahrt bleiben“, betonte Gaffal.

Claus Günther, CEO Diehl Defence und Vorsitzender des BDI-Ausschusses für Sicherheit betonte in seiner Rede, dass die Gefahr durch Wirtschaftsspionage noch immer unterschätzt werde: „Laut einer aktuellen KPMG-Studie erleidet die deutsche Industrie jährlich Schäden in Höhe von 80 Milliarden Euro“. Eine effektive Abwehr von Spionage, Sabotage, Kriminalität und Terror kann weder von den Sicherheitsbehörden noch von Unternehmen alleine geleistet werden. Wenn Deutschland in Zeiten der Globalisierung seine Aufgaben erfüllen wolle, müsse es wirtschaftlich leistungs- und wettbewerbsfähig sein. Ein effizienter Wirtschaftsschutz sei dafür unverzichtbar. „Der Schutz unserer Unternehmen muss daher ein sicherheitspolitisches Kernanliegen der Exportnation Deutschland sein“, so Günthers Forderung an die Politik.


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