Letzte Aktualisierung: 16. März 2017

Pressemitteilung

Verteilung der Arbeitszeit verändert sich, nicht aber das Volumen / Brossardt: „Arbeitswelt 4.0 als Chance begreifen“

15.03.2017 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat dazu aufgerufen, die Arbeitswelt 4.0 als Chance zu begreifen – gerade auch für die Arbeitnehmer: „Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung bestimmen zunehmend die Arbeitswelt. Mobiles Arbeiten bietet die Möglichkeit, die Work-Life-Balance deutlich zu verbessern. Mehr Eigenverantwortung und flachere Hierarchien sind für viele Menschen attraktiv. Zudem werden technische Assistenzsysteme für viele Menschen die Arbeit erleichtern. Gerade für ältere Arbeitnehmer oder Menschen mit Handicap ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auf dem vbw Kongress „Deutschland hat Zukunft – Der Mensch in der digitalen Arbeitswelt“.

Die vbw betont, dass sich die Verteilung der Arbeitszeit verändert, nicht aber das Arbeitszeit-
volumen.
Sie fordert, die tägliche Höchstarbeitszeit im Gesetz abzuschaffen. „Die Begrenzung auf maximal zehn Stunden passt nicht mehr zur globalisierten und digitalen Arbeitswelt. Stattdessen müssen wir zu einer wochenbezogenen Betrachtung kommen, die in der entsprechenden Europäischen Richtlinie bereits vorgesehen ist. Betriebe und Beschäftigte gewinnen dadurch Flexibilität bei der wöchentlichen Verteilung der Arbeitszeit“, sagte Brossardt. Zudem fordert die vbw, zu einer flexiblen Gestaltung der elfstündigen täglichen Ruhezeit kommen. „Es muss möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elfstündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt. Deswegen brauchen wir eine Klarstellung, dass gelegentliche, kurzfristige Tätigkeiten mit geringer Beanspruchung keine Unterbrechung der elfstündigen Ruhezeit bedeuten“, sagte Brossardt. Die vbw wendet sich auch gegen den zwangsweisen Ausschluss der Erreichbarkeit, etwa nach Dienstschluss oder im Urlaub. Brossardt: „Das greift in die persönliche Entscheidungsfreiheit ein und schafft ein Klima der Bevormundung.“

Flankierend muss es nach Einschätzung der vbw einen praxisgerechten und anwenderfreundlichen Datenschutz geben, der den Einsatz innovativer technischer Lösungen nicht verhindert. „Neue Wege müssen wir auch beim Thema Arbeitsschutz und -sicherheit gehen. Je mehr Freiheiten die Mitarbeiter durch orts- und zeitunabhängiges Arbeiten erlangen, desto mehr Eigenverantwortung muss es auch beim Arbeitsschutz geben. Deshalb brauchen wir ein flexibles Arbeitsschutzrecht, das lediglich Schutzziele vorgibt“, sagte Brossardt.


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Andreas Ebersperger

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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