Letzte Aktualisierung: 09. Januar 2019

Pressemitteilung

vbw: Kohleausstieg darf für Industrie nicht zur Kostenfalle werden / Brossardt: „Strompreise dürfen nicht unangemessen steigen“

09.01.2019 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kritisiert die Forderung der Grünen, sogenannte Industrieprivilegien beim Strompreis abzuschaffen. „Die Befreiungstatbestände für die energieintensive Industrie müssen selbstverständlich erhalten bleiben. Es handelt sich nicht um Privilegien. Von einem Eldorado kann nicht die Rede sein: Seit dem Jahr 2000 musste die Industrie fast eine Verdreifachung des Strompreises hinnehmen und der durchschnittliche Strompreis für Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen in Deutschland ist von 6,05 ct/kWh um 184 Prozent auf derzeit 17,17 ct/kWh gestiegen. Deutsche Unternehmen zahlen europaweit bereits einen der höchsten Strompreise. Hinzu kommen als Folge der Energiewende die hohen und weiter steigenden Netzentgelte. Gäbe es keine Entlastungsmöglichkeiten mehr, wäre Bayern schnell deindustrialisiert“, so vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Ein vorgezogener Kohleausstieg wird nach Ansicht der vbw aller Voraussicht nach zu weiteren Kostensteigerungen führen: „Der Kohleausstieg darf erst erfolgen, wenn geklärt ist, dass Versorgungssicherheit mindestens auf heutigem Niveau langfristig gewährleistet werden kann, also insbesondere nach dem Abschalten der letzten Kernkraftwerke und nach Fertigstellung der wichtigen Leitungsaus- und -neubauvorhaben. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die Strompreise nicht steigen, so dass nur ein schrittweiser, zeitlich gestaffelter Ausstieg in Frage kommt. Anderenfalls ist der Anstieg selbstverständlich auszugleichen, damit die Industrie am Standort wettbewerbsfähig bleibt“, fordert Brossardt.

Besonders kritisch wird es ab 2022: Sollte neben der für dieses Jahr vorgesehenen Abschaltung der Kernkraftwerke auch eine größere Zahl Braun- und Steinkohlekraftwerke vom Netz genommen werden, dann setzen immer häufiger teurere Kraftwerke am Markt den Preis an der Strombörse. Ein weiterer Anstieg der ohnehin schon zu hohen Strompreise wäre die Folge. Die Bundesnetzagentur schätzt, dass nach Abschalten der letzten Kernkraftwerke 2023 die Kosten für Netzengpassbewirtschaftung auf vier Milliarden Euro pro Jahr ansteigen, solange kein leistungsfähiger Stromtransport zwischen Nord- und Süddeutschland hergestellt ist.


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