Letzte Aktualisierung: 01. März 2017

Pressemitteilung

vbw: Gute Lage am Arbeitsmarkt ist keine Selbstverständlichkeit / Brossardt warnt vor Einschränkungen der Flexibilität der Unternehmen

01.03.2017 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist zufrieden mit den Februar-Zahlen vom Arbeitsmarkt: „Der bayerische Arbeitsmarkt ist robust. Eine Winter-Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent, wie sie Bayern derzeit aufweist, suchtinternational ihresgleichen. Die Erwerbstätigkeit liegt weiter auf einem Höchststand. Die bayerischen Unternehmen sind die Zugpferde des deutschen Arbeitsmarkts“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt anlässlich der heute vorgestellten Februar-Zahlen durch die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

Die vbw warnt aber davor, zu glauben, die gute Arbeitsmarktlage sei eine Selbstverständlichkeit. „Das Gegenteil ist der Fall. Die gute Performance geht maßgeblich auf die Agenda 2010 zurück. Daher bereiten uns Signale im beginnenden Wahlkampf große Sorge, die hier eine Rolle rückwärts und eine weitere Einschränkung der Flexibilität der Unternehmen befürchten lassen“, so Brossardt.

Konkret nannte er die Pläne des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, die Anspruchsdauer des Arbeitslosengeldes zu verlängern. „Das ist ein teures Instrument, das Fehlanreize setzt und zu einer Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit beiträgt. Vielmehr sollte die Bezugsdauer für alle Altersgruppen einheitlich auf zwölf Monate festgesetzt werden“, sagte Brossardt.
Befristete Beschäftigungsverhältnisse
stärker zu regulieren hieße nach Brossardts Worten, gerade den Schwächsten am Arbeitsmarkt, nämlich Langzeitarbeitslosen, Geringqualifizierten und Berufsanfängern, den Einstieg in einen Job zu erschweren. Und schließlich sieht die vbw auch einen befristeten Teilzeitanspruch mit Rückkehrrecht in Vollzeit für alle kritisch. Brossardt: „Schon die bestehenden Ansprüche auf Veränderung der Arbeitszeit wie Elternzeit oder Pflegezeit stellen die Betriebe vor erhebliche Herausforderungen. Mit einem befristeten Teilzeitanspruch drohen neue bürokratische Hürden.“

Zu den „hausgemachten“ Unwägbarkeiten kommt nach Einschätzung der vbw auch das unsichere außenwirtschaftliche Umfeld. „Protektionistische Signale wie aus den USA schaden dem freien Welthandel und damit unserer exportorientierten Wirtschaft. Auch der Brexit und viele ungelöste geopolitische Krisen können Auswirkungen auf die bayerische Wirtschaft und ihren Arbeitsmarkt haben. Damit unsere Unternehmen am Standort wettbewerbsfähig bleiben, muss die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Weitere Belastungen des Faktors Arbeit müssen vermieden werden“, betonte Brossardt.


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