Letzte Aktualisierung: 06. Dezember 2016

Pressemitteilung

vbw: Generationenübergreifender Renten-Konsens erforderlich/ Brossardt: „Konzepte, die Versorgungssicherheit und Finanzierbarkeit gleichermaßen gewährleisten, fehlen noch“

06.12.2016 - München

Im Rahmen des Kongresses „Generationentalk Rente“ hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. einen generationenübergreifenden Konsens in der Rentendebatte gefordert. „Zur bisherigen Diskussion um eine Reform der Altersvorsoge muss ein nüchternes Fazit gezogen werden“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Die Politik hat sich zuletzt nur auf einzelne kleinteilige Maßnahmen einigen können. Wir brauchen aber Antworten auf die dringende Frage, wie die Alterssicherung angesichts der demografischen Entwicklung weiterentwickelt werden muss. Konzepte, die Versorgungssicherheit und Finanzierbarkeit gleichermaßen gewährleisten, fehlen noch.“ Mit Blick auf den beginnenden Wahlkampf befürchtet Brossardt einen Überbietungswettkampf, der hauptsächlich Partikularinteressen verfolgt.

Zur Diskussion um das Rentenniveau betont Brossardt: „Durch den demografischen Wandel werden die Lasten für die junge Generation immer größer. Ein auf heutigem Niveau fixiertes oder höheres Rentenniveau würde diese Lasten weiter vergrößern – um bis zu 52 Milliarden Euro allein im Jahr 2029. Das ist schlicht nicht finanzierbar und im Sinne der Generationengerechtigkeit nicht akzeptabel. Die Altersvorsorge ruht auf drei Säulen: Der gesetzlichen Rente sowie der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Dieses System muss insgesamt gestärkt werden. Der alleinige Fokus auf die gesetzliche Rentenversicherung und das Rentenniveau ist falsch und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung fahrlässig.“

Die vbw fordert, stärker auf einen Vorsorgemix zu setzen, der die einzelnen Säulen der Altersvorsorge miteinander verzahnt und individuellen Bedürfnissen Rechnung trägt. Brossardt: „Die Attraktivität der Riester-Förderung muss stärker als geplant gesteigert werden. Die betriebliche Altersvorsorge muss den Bedürfnissen der Unternehmen stärker Rechnung tragen. Insbesondere im Hinblick auf die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge brauchen die Firmen Spielraum für individuelle Lösungen. Diese müssen aber eine freiwillige Leistung der Arbeitgeber bleiben.“ Für alle Reformpläne im Bereich der Rente muss aus Sicht der vbw gelten: Es darf keine neuen strukturellen Dauerkosten geben. „Zudem darf die Beitragssatzstabilität nicht gefährdet werden. Jede Erhöhung der Beitragssätze hätte zwangsläufig negative Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und würde zu mehr Arbeitslosen führen, die dann wiederum als Beitragszahler der Rentenkasse fehlen“, so Brossardt. „Eine gute wirtschaftliche Lage und ein robuster Arbeitsmarkt sind nach wie vor der beste Schutz vor Altersarmut.“


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