Letzte Aktualisierung: 01. März 2017

Pressemitteilung

vbw: Fahrverbote schaden der bayerischen Wirtschaft / Brossardt: „Kurzfristige Flottenmodernisierung nicht finanzierbar“

01.03.2017 - München

Laut einem Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs muss der Freistaat bis Ende des Jahres ein vollzugsfähiges Konzept zur Luftreinhaltung in München vorlegen. Die vbw – Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e. V. warnt in diesem Zusammenhang vor Fahrverboten. „Es gibt bessere und schneller wirkende Maßnahmen, um die Luftqualität in unseren Städten zu verbessern. Temporäre oder gar dauerhafte Verkehrsbeschränkungen für einen Großteil der Diesel-Fahrzeuge sind der falsche Weg“, sagt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Brossardt betont: „Ein Diesel-Einfahrverbot, wie es nach aktuellem Stand für die Stadt München nicht auszuschließen wäre, schadet der bayerischen Wirtschaft. Für viele Betriebe ist eine kurzfristige Flottenmodernisierung nicht finanzierbar. Auch der Gebrauchtwagenmarkt wäre negativ betroffen: Niemand ist bereit, Autos zu erwerben, die nicht in die Innenstädte dürfen.“

Stattdessen müssen Kommunen den Verkehrsfluss und die Stauvermeidung mittels „Grüner Wellen“ verbessern. „Wenn der Verkehr flüssiger läuft, senkt das die Stickoxidbelastung erheblich“, erklärt Bertram Brossardt. Das gelingt auch mit Hilfe der Digitalisierung: „Eine intelligente Verkehrssteuerung und Parkplatzbelegung über Mobilitäts-Apps mit Echtzeit-Daten werden die innerstädtische Mobilität nachhaltig erleichtern und dabei automatisch dafür sorgen, dass weniger Schadstoffe ausgestoßen werden.“

Die Deutsche Umwelthilfe hatte bereits 2012 gegen Bayern und München sowie gegen weitere Bundesländer und Städte auf Einhaltung der Grenzwerte geklagt. Im vergangenen Jahr verpflichtete das Verwaltungsgericht München den Freistaat dazu, wirksamere Maßnahme als bislang zur schnellstmöglichen Einhaltung des gesetzlichen Immissionsgrenzwerts für Stickstoffdioxid in der Stadt München zu ergreifen. Darüber hinaus hatte die EU-Kommission Mitte Februar eine letztmalige Ermahnung wegen wiederholter Überschreitung der Grenzwerte an Deutschland gerichtet.


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Diana Sprung

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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