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    Letzte Aktualisierung: 21. Juli 2016

    Pressemitteilung

    vbw: Dringender Reformbedarf / Brossardt: „Gesetzliche Rente intelligent ergänzen“

    21.07.2016 - München

    Im Rahmen eines Journalistenseminars mit Prof. Dr. Martin Werding von der Ruhr-Universität Bochum hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. auf den dringenden Reformbedarf im deutschen Rentensystem hingewiesen. „Angesichts des demografischen Wandels mit immer mehr Rentenempfängern und immer weniger Beitragszahlern steht unser System der Altersvorsorge vor großen Herausforderungen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

    „Die gesetzliche Rente bleibt die zentrale, aber nicht die einzige Säule. Sie muss mit privater Vorsorge und betrieblicher Altersversorgung intelligent ergänzt werden“, so Brossardt, der besonders die Erfolge der Riesterrente hervorhob. „Mehr als 16,5 Millionen Bürger sorgen mit einem Riester-Vertrag für das Alter vor, das entspricht einem Anteil von 40 Prozent aller Förderungsberechtigten. Diese Zahlen sprechen für sich und müssen gesteigert werden, indem man die Riester-Rente attraktiver macht.“ Als weiteren wichtigen Bestandteil der Ruhestandsversorgung sieht er die betriebliche Altersvorsorge (bAV). „Die Politik ist gefragt, Anreize zu schaffen, damit sich noch mehr Unternehmen dazu entschließen, eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Die Arbeitgeber müssen bei Aufwand, Kosten und Haftung entlastet werden, um insbesondere den kleinen und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die betriebliche Altersvorsorge zu erleichtern. Um die Komplexität der betrieblichen Altersvorsorge zu reduzieren, muss der steuerliche Dotierungsrahmen von heute vier auf acht Prozent ausgeweitet werden. Und: Die Riesterförderung muss besser für die betriebliche Altersvorsorge nutzbar gemacht werden. Zwang zur bAV ist hingegen der falsche Weg“, erklärte der vbw Hauptgeschäftsführer.

    Die Rente mit 63 bezeichnete er als vollkommen falschen Weg. „Sie entzieht wertvolle Fachkräfte und führt bis 2030 jährlich zu rund drei Milliarden Euro Mehrkosten. Deshalb muss die Rente mit 63 rückgängig gemacht, die Rente mit 67 konsequent umgesetzt werden und jegliche Frühverrentungsanreize müssen vermieden werden. Es braucht die richtigen Rahmenbedingungen, damit der Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibler wird“, erläuterte Brossardt.

    Den am Mittwoch vorgestellten Renten-Forderungen der IG-Metall erteilte er eine klare Absage: „Die weitreichende Rentenversicherungspflicht ist ein Nullsummenspiel. Werden weitere Gruppen zu Rentenbeiträgen verpflichtet, entstehen daraus auch wieder Ansprüche – und damit Mehrausgaben. Die Forderung nach einer ‚Betriebsrente für alle‘ lehnen wir ebenfalls ab. Sie hätte vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen großen Aufwand und hohe Kosten zur Folge. Außerdem würde die bAV ihren Charakter als personalpolitisches Gestaltungselement verlieren.“

    Brossardt betonte, dass die Grundvoraussetzung für eine sichere Altersversorgung eine stabile wirtschaftliche Entwicklung ist. „Wirtschaftspolitik, die zu Wachstum und Arbeitsplätzen führt, ist die beste Rentenpolitik. Bei allen Reformvorhaben muss gelten: Der Faktor Arbeit darf nicht weiter belastet und die Beitragssätze müssen stabil gehalten werden“, so Brossardt.


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