Letzte Aktualisierung: 26. Oktober 2017

Pressemitteilung

vbw: Digitalisierung revolutioniert Arbeit und Beschäftigung / Brossardt: „Neue Herausforderungen erfordern flexibleren Umgang mit Arbeitszeit“

26.10.2017 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat im Rahmen eines Journalistenseminars auf den Handlungs- und Reformbedarf im Bereich der Arbeitszeit hingewiesen. „Regulierungen zur Arbeitszeit gibt es auf drei Ebenen: der betrieblichen, der gesetzlichen und der tariflichen. Alle drei sind von Herausforderungen betroffen, vor denen unsere Unternehmen stehen. Allein die Digitalisierung ist ein Wendepunkt, der neue Produkte, neue Arbeitsorganisation, neue Prozessabläufe mit neuen Wertschöpfungsketten, neue Geschäftsmodelle und mit all diesen Veränderungen einen neuen und flexibleren Umgang mit dem Thema Arbeitszeit erfordert“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Gastreferent des Abends ist Dr. Hagen Lesch, anerkannter Tarifexperte und Leiter des Kompetenzfelds Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Die tarifliche Ebene steht durch die in der aktuellen Tarifrunde erhobenen Forderungen der IG Metall wieder im Brennpunkt. Diese fordert unter anderem einen individuellen Anspruch auf Reduzierung
der Arbeitszeit
auf bis zu 28-Stunden pro Woche mit einem Rückkehrrecht in Vollzeit.
„Diese Forderungen sind ein Sprengsatz für die Tarifbindung. Unsere Unternehmen brauchen für eine gesicherte Zukunftsperspektive mehr und nicht weniger Flexibilität. Tarifliche Hemmnisse wie die Beschränkung von Arbeitsverträgen mit höherer Arbeitszeit verringern dabei die Flexibilität von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wer also über Arbeitszeitverkürzungen spricht, muss auch über Arbeitszeitverlängerungen sprechen“, erklärt Brossardt und fügt hinzu: „Kommt noch ein teilweiser Teillohnausgleich hinzu, besteht die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Belegschaften. Das gilt es zu verhindern.“

Auf gesetzlicher Ebene sind die Regelungen zur täglichen zehnstündigen Höchstarbeitszeit oder zur elfstündigen Ruhezeit nicht mehr zeitgemäß. „Die EU-Arbeitszeitrichtlinie erlaubt heute schon eine Wochenhöchstarbeitszeit von 48 Stunden, die den geänderten Rahmenbedingungen Rechnung trägt – bei der Umsetzung ist nun der Gesetzgeber gefordert“, findet Brossardt. Die betriebliche Ebene wird durch die Internationalisierung unserer Wertschöpfungsketten bestimmt. Diese hat Deutschland und Bayern Arbeitsplätze und Wohlstand gebracht. „Den Unternehmen werden aber immer kürzere Vorlaufzeiten für die Fertigstellung angeforderter Produkte abverlangt. Das erfordert viel Flexibilität seitens der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Das fein austarierte Gleichgewicht zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen gilt es auch zukünftig zu bewahren – ein tarifvertraglicher Eingriff ist schlicht nicht erforderlich“, betont Brossardt.


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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