Letzte Aktualisierung: 02. Juni 2017

Pressemitteilung

vbw: Bayern verliert jährlich Milliarden durch Gesundheitsfonds/ Brossardt: „Gesundheitssystem zukunftsfest machen“

02.06.2017 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat in München auf die große Bedeutung der Gesundheitswirtschaft hingewiesen und Missstände im derzeitigen Gesundheitssystem kritisiert. „Die Gesundheitswirtschaft ist mit einem Anteil von zwölf Prozent an der Gesamtwirtschaft einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Rund sieben Millionen Menschen sind dort deutschlandweit beschäftigt, in Bayern sind es mehr als 840.000“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Bei der Finanzierung des Gesundheitssystems sieht Brossardt jedoch drei Grundprobleme: Die Kopplung der Finanzierung an den Faktor Lohn, mangelnde Eigenverantwortung und zu wenig Wettbewerb. Letzterer hat laut vbw besonders durch die Einführung des Gesundheitsfonds gelitten. „Der Gesundheitsfonds schwächt nicht nur den Wettbewerb zwischen den Kassen, auch die Verteilungsmechanismen sind problematisch und benachteiligen Bayern. Weil Beiträge in den Fonds und Leistungen daraus auseinanderklaffen, zahlt der Freistaat jedes Jahr rund 1,7 Milliarden Euro mehr an Beiträgen ein, als er wieder herausbekommt. Das ist ein ‚zweiter Länderfinanzausgleich‘ unter dem Deckmantel der Sozialversicherung. Zudem werden Betriebskrankenkassen durch den Fonds schlechter gestellt“, kritisiert Brossardt.

Die vbw fordert, die Finanzierung des Gesundheitssystems auch angesichts der beiden Kostenfaktoren demografischer Wandel und technischer Fortschritt in der Medizin zukunftsfest zu machen. „Dabei geht der Vorschlag einer Einheitsversicherung in die völlig falsche Richtung. Wir brauchen den Systemwettbewerb zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung. Eine so genannte ‚paritätische Bürgerversicherung‘ hätte deutlich höhere Beiträge für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer zur Folge“, so Brossardt. Zu Forderungen nach einer paritätischen Finanzierung sagt Brossardt: „Der Vorwurf, die Arbeitgeber würden sich nicht ausreichend an den Kostensteigerungen in der GKV beteiligen, ist nicht stichhaltig. Denn die Arbeitgeber zahlen heute unter dem Strich über 50 Prozent mehr für die Krankheitskosten als die Arbeitnehmer. Allein für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, die von den Arbeitgebern allein getragen wird, fallen jährlich 51 Milliarden Euro an.“

Wie eine zukunftsfeste Finanzierung der Krankenversicherung aussehen kann, hat die vbw mit ihrem Konzept des „Regionalen Gesundheits-Kombi“ gezeigt. Das Modell sieht die Beitragsautonomie der Krankenkassen durch eine kassenspezifische, regionalisierte Gesundheitsprämie vor. Weitere Elemente sind ein steuerfinanzierter Sozialausgleich unter Berücksichtigung aller Einkünfte und ein intensiverer Wettbewerb zwischen den Kassen.


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