Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2016

vbw: Ausländisches Besteuerungsniveau darf nicht überschritten werden

19.01.2016 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., der BDI – Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. und die Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Deloitte veröffentlichen in einer Schriftenreihe Analysen zur Erbschaftsteuerreform. Der jetzt erschienene Band stellt für elf nach wirtschaftlicher Bedeutung und Nähe zu Deutschland ausgewählte Länder das Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht kurz dar. Im Mittelpunkt stehen dabei Regelungen zur Bewertung und Begünstigung von Betriebsvermögen.

Die Analyse zeigt: Bis auf Polen und Luxemburg kennen alle untersuchten Länder – sofern die Steuer überhaupt erhoben wird – spezifische Verschonungsregelungen für Unternehmensvermögen. Darüber hinaus wird zum Teil durch niedrige Wertansätze für Betriebsvermögen dieses bereits begünstigt. Die Verschonungsregelungen reichen von Stundung (USA) über deutliche Steuersatzermäßigungen (Schweiz) bis hin zur vollständigen oder anteiligen Steuerbefreiung beziehungsweise entsprechendem Abschlag von der Bemessungsgrundlage (Italien, Frankreich, Niederlande, Großbritannien). Nach Schweden hat zwischenzeitlich auch Österreich die Erbschaftsteuer vollständig abgeschafft. Dazu vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Für diese Länder ist klar, dass es im eigenen Interesse liegt, in Betrieben eingesetztes Vermögen dort auch über Generationen hinweg arbeiten zu lassen. Diese Erkenntnis sollte sich auch bei allen politischen Entscheidungsträgern in Deutschland durchsetzen.“

Brossardt macht deutlich, dass gerade für Familienunternehmen mit internationalen Standorten das Zusammenwirken der Erbschaftsteuerreglungen in den jeweiligen Ländern mit der deutschen Erbschaft- und Schenkungsteuer eine besondere Rolle spielt. Denn die Höhe der Steuerbelastung ergibt sich aus diesem Zusammenspiel. „Wir müssen die anstehende Reform nutzen, um Nachteile für den Standort Deutschland zu beseitigen. Das ausländische Besteuerungsniveau darf nicht überschritten werden. Ansonsten droht eine Abwanderung von Familienunternehmen oder vielfach ein Verkauf an große nationale und internationale Kapitalgeber. Das würde die deutsche Unternehmenslandschaft zu unser aller Nachteil fundamental verändern. Deshalb brauchen wir eine weitgehende und praxistaugliche deutsche Verschonungsregelung für weltweites Unternehmensvermögen.“


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