Letzte Aktualisierung: 29. September 2016

Pressemitteilung

vbw: Arbeitgeber zahlen deutlich mehr für Krankheitskostenfinanzierung / Brossardt: „Forderung nach ‚echter paritätischer Finanzierung‘ ist kurzsichtig“

29.09.2016 - München

Zur Diskussion um die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.: „Die Forderung nach ‚echter paritätischer Finanzierung‘ – also einer exakt gleichen Kostenaufteilung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern – ist kurzsichtig: Tatsächlich zahlen die Arbeitgeber bereits deutlich mehr für die Krankheitskostenfinanzierung, eine Angleichung der Kostenanteile wäre also vor allem für die Arbeitnehmer ein schlechtes Geschäft. Unterm Strich zahlen die Arbeitgeber mit 11,6 Prozent für die Finanzierung der GKV drei Prozentpunkte mehr als die Arbeitnehmer mit im Schnitt 8,65 Prozent.“

Zu dem Krankenversicherungsbeitragssatz von je 7,3 Prozent, den seit 01. Januar 2015 sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zahlen müssen, kommen auf Versichertenseite rund 13 Milliarden Euro durch den Zusatzbeitrag und rund drei Milliarden Euro an Selbstbeteiligungen hinzu. Auf Arbeitgeberseite schlägt allein die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall mit insgesamt rund 51 Milliarden Euro zu Buche. „Eine Erhöhung des Arbeitgeberanteils, wie er in der Debatte immer wieder gefordert wird, würde wie eine zusätzliche Lohnsteuer nur auf den Faktor Arbeit wirken. In der Folge würden die ohnehin hohen Arbeitskosten in Deutschland weiter steigen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen dafür sinken“, so Brossardt.


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