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    Letzte Aktualisierung: 07. September 2016

    Pressemitteilung

    vbw Analyse widerlegt Kritik an deutschem Leistungsbilanzüberschuss / Brossardt: „Deutsche Nachfrage sorgt für fünf Millionen Arbeitsplätze in anderen EU-Staaten“

    07.09.2016 - München

    Nach einer aktuellen ifo-Prognose wird Deutschland China im Jahr 2016 wieder als „Exportweltmeister“ ablösen und einen Leistungsbilanzüberschuss von voraussichtlich 310 Milliarden Dollar aufweisen. Deutschland sieht sich häufig der Kritik ausgesetzt, es trage mit seiner Exportstärke und dem damit einhergehenden Leistungsbilanzüberschuss zu einem Ungleichgewicht in Europa bei und schade anderen europäischen Staaten. Dabei wird auch unterstellt, dass Deutschland seine Ausfuhren durch geringe Lohnsteigerungen bewusst vergünstigt. Das widerlegt eine Analyse der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

    „Von deutschem ‚Lohndumping‘ kann keine Rede sein. Wir sind ein Hochlohnland, seit 2011 stiegen die Löhne in Deutschland auch durchweg höher als im Schnitt der anderen EU-Staaten“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. „Die hohen Lohnsteigerungen der letzten Jahre in Deutschland wirkten sich zwischenzeitlich negativ auf die Exportzahlen aus.“ Die deutschen Ausfuhren wuchsen vom ersten Quartal 2011 bis zum dritten Quartal 2014 um insgesamt 17,2 Prozent, also um durchschnittlich knapp ein Prozent pro Quartal. Im vergangenen Jahr schwächten sie sich hingegen deutlich ab. Danach gab es im Trend eine Seitwärtsbewegung mit einem durchschnittlichen Zuwachs von nur noch knapp 0,2 Prozent pro Quartal. Brossardt sieht im nur moderaten Exportwachstum und den steigenden Lohnkosten in Deutschland ein Warnsignal für einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und stellt klar: „Dass Deutschland 2016 wieder Exportweltmeister werden könnte, liegt weniger an der deutschen Exportstärke, sondern vor allem an der Exportschwäche Chinas.“

    „Der Vorwurf, starke deutsche Exporte würden zulasten anderer EU-Mitgliedsstaaten gehen, ist falsch. Das Gegenteil ist richtig: Wie die vbw Studie ‚Die Bedeutung der deutschen Wirtschaft für Europa‘ zeigt, sorgt allein die Nachfrage der deutschen Industrie nach Vorleistungs- und Investitionsgütern für 3,5 Millionen Arbeitsplätze in anderen EU-Staaten. Insgesamt generiert die Nachfrage aus Deutschland im EU-Ausland fünf Millionen Jobs. Beispielsweise hängen in Tschechien und der Slowakei neun beziehungsweise acht Prozent aller Beschäftigten von der deutschen Importnachfrage ab“, fasst Brossardt zusammen. „Die Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss ist absurd. Deutschland ist das Zugpferd in Europa. Die EU-Staaten importieren nicht nur viele Güter aus Deutschland, unser Land ist für sie gleichzeitig einer der wichtigsten Absatzmärkte.“


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