Letzte Aktualisierung: 29. Juni 2016

Pressemitteilung

Zwei Jahre „Rente mit 63“: vbw zieht negative Bilanz / Brossardt: „Jahrelange Nachwirkungen dieses ‚Fachkräftereduzierungsprogramms‘“

29.06.2016 - München

Vor zwei Jahren, am 01. Juli 2014, trat das so genannte „Rentenpaket“ in Kraft. Sein Kernstück war die „Rente mit 63“. Für die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ist der bevorstehende zweite Jahrestag untrennbar verknüpft mit zusätzlichen Belastungen für die junge Generation, die Beitragszahler und die Unternehmen in Deutschland.

„Die ‚Rente mit 63‘ ist die falsche Antwort auf den demografischen Wandel. Erfahrene Mitarbeiter sind kurzfristig in den Ruhestand gegangen. Auf diese Weise wurden den Unternehmen quasi von heute auf morgen viele Fachkräfte entzogen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 63 Jahre ist nach Einführung der ‚Rente mit 63‘ gesunken. Dieser Effekt wirkt bis heute nach, denn nach wie vor ist die Zahl der Antragsteller für die ‚Rente mit 63‘ hoch. Allein zwischen Januar und Mai 2016 gingen bundesweit 106.000 Anträge ein“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Kritisch sieht die vbw auch die hohen Kosten der Reform: „Die Rente mit 63 wird Beitragszahler und Unternehmen bis 2030 rund drei Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich kosten. Dies geht vor allem zu Lasten der jüngeren Generation“, so Brossardt.

Die vbw fordert, die Altersversorgung neu zu gestalten und angesichts der steigenden Lebenserwartung vor allem die Frage nach der Lebensarbeitszeit neu zu stellen: „Zuerst muss die ‚Rente mit 63‘ zurückgenommen und die Rente mit 67 konsequent umgesetzt werden. Außerdem muss das Weiterarbeiten nach Erreichen der Regelaltersgrenze vereinfacht werden. Dies beugt auch der Altersarmut vor“, sagte Brossardt. In der gesetzlichen Rentenversicherung hält die vbw am Ziel der Beitragssatzstabilität fest, da eine weitere Belastung des Faktors Arbeit der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft massiv schadet.

Der beste Weg zur Sicherung der Renten bei gleichzeitiger Stabilisierung der Rentenbeiträge ist eine dauerhaft gute wirtschaftliche Entwicklung. „Diese führt zu einer höheren Beschäftigung, höheren Löhnen, einem höheren Beitragsaufkommen und langfristig auch zu höheren Renten. Wir brauchen daher wieder mehr Wirtschafts- und weniger Sozialpolitik. Dies ist der Weg, den die große Koalition für den Rest ihrer Amtszeit sowie Nachfolgeregierungen gehen müssen“, so Brossardt.


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