Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2018

Pressemitteilung

vbw: Für fast 80 Prozent der Beschäftigten in Bayern gelten direkt oder indirekt tarifvertraglich geregelte Arbeits-bedingungen / Brossardt: „Tarifverträge wettbewerbsfähiger gestalten“

13.06.2018 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. weist angesichts des heute vorgestellten DGB-Bayern-Reports „Tarifverträge und Tarifflucht in Bayern“ darauf hin, dass für fast 80 Prozent der Beschäftigten im Freistaat direkt oder indirekt tarifvertraglich geregelte Arbeitsbedingungen gelten. „Dieser Anteil ist seit Jahren weitgehend stabil. Eine Erosion der Tarifbindung ist nicht festzustellen.
Auch in den nicht-tarifgebundenen Unternehmen in Bayern herrschen gute Arbeitsbedingungen“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Dort ist laut einer vbw Studie die Arbeitszeit im Schnitt um lediglich eine Stunde pro Woche länger als in den tarifgebundenen Betrieben. Bei den Entgelten besteht eine geringfügige Differenz, wobei hier auch die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten eine Rolle spielt. „In der Industrie mit ihrem hohen tariflichen Entgeltniveau sind die Unterschiede naturgemäß größer“, sagt Brossardt.

Den Vorwurf einer organisierten Tarifflucht durch die Arbeitgeber weist die vbw entschieden zurück. Um die Tarifbindung dauerhaft zu stärken, müssen vielmehr Tarifverträge wettbewerbsfähiger gestaltet werden, vor allem im Hinblick auf die Kostenbelastung. „Denn die unmittelbare Bindung an einen Flächen-
tarifvertrag nimmt tatsächlich moderat ab. Im gleichen Umfang steigt aber der Anteil der Betriebe, die ihre Arbeitsbedingungen grundsätzlich am Tarifvertrag orientieren, in einzelnen Punkten aber abweichende Regelungen treffen“, betont Brossardt.

Die vbw fordert, im Tarifbereich das Kostenniveau zu begrenzen sowie die Arbeitszeit zu flexibilisieren. Zudem sind Öffnungsklauseln und variable Elemente nötig, damit Flächentarifverträge den differenzierten Belangen einzelner Firmen gerecht werden. „Tarifverträge sollten Mindeststandards abbilden und einen Rahmen schaffen, aber nicht jedes Detail regeln“, verlangt Brossardt.


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