Letzte Aktualisierung: 06. August 2019

Pressemitteilung

Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft legt Handlungsempfehlungen zur vbw Studie „TechCheck 2019. Erfolgsfaktor Mensch.“ vor / Gaffal: „Wir lassen bei den Zukunftstechnologien immer noch zu viele Chancen ungenutzt“

18.07.2019 - München

Der Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft hat seine diesjährigen Empfehlungen auf Basis eines aktuellen Gutachtens vorgelegt. Die Studie mit dem Titel „TechCheck 2019. Erfolgsfaktor Mensch.“ wurde von der Prognos AG im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. erstellt. Sie analysiert die wirtschaftliche und technologische Entwicklung der zehn wichtigsten Zukunftsfelder, die der Zukunftsrat bereits vor fünf Jahren identifiziert hat – darunter Mobilitätstechnologien, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) / Digitalisierung sowie Bio- und Nanotechnologien.

Das Ergebnis fällt laut Alfred Gaffal, vbw Ehrenpräsident und Vorsitzender des Zukunftsrats, gemischt aus: „Die Ausgangslage in den Zukunftsfeldern ist nach wie vor gut. Aber: Wir lassen immer noch zu viele Chancen ungenutzt. Es gibt noch viel zu tun!“ Laut Studie haben sich bei der Hälfte der Zukunftsfelder die Erwartungen an die wirtschaftliche und technologische Entwicklung erfüllt. Das gilt erfreulicherweise für die besonders wichtigen Bereiche IKT und Mobilitätstechnologien. Die andere Hälfte der Zukunftsfelder hinkt allerdings den Erwartungen hinterher, beispielsweise die Bio- sowie die Nanotechnologien.

Der Zukunftsrat identifiziert den Menschen als alles entscheidenden Faktor für den Erfolg und die Akzeptanz von Innovationen. Gaffal: „Die zentrale Empfehlung des Zukunftsrats lautet: Bei allen technologischen Entwicklungen müssen der Mensch und seine individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Sei es durch Forschung, die immer den Nutzen für die Menschen zum Ziel hat und die einen hohen Wert auf einfache Bedienbarkeit legt. Sei es dadurch, dass wir die Menschen in den Unternehmen beim – auch kulturellen – Wandel hin zu neuen Technologien und Anwendungen bestmöglich begleiten und unterstützen. Oder sei es, dass wir in der Gesellschaft Begeisterung für neue Technologien schaffen.“

Wie wichtig die Sichtweise „vom Menschen her“ ist, zeigt der Erfolg von Mensch-Maschine-Interaktionstechnologien, die zuletzt – das zeigt die Studie – stark gewachsen sind und die große Potenziale bieten.

Ein besonderes Augenmerk richtet das Gutachten zudem auf Patente. Eine Analyse der Patentverbindungen zeigt, dass Patente aus dem Zukunftsfeld IKT / Digitalisierung besonders stark in anderen Zukunftsbereichen genutzt werden. Weltweit führend bei IKT-Weltklassepatenten sind laut Studie die USA, Japan und China. Deutschland liegt auf Rang 5 und Bayern auf Rang 13. Damit ist der Freistaat deutschlandweit führend bei den IKT-Weltklassepatenten. Gaffal: „IKT-Technologien sind Taktgeber für alle anderen Zukunftstechnologien. Schwächen bei den Digitalisierungstechnologien schlagen auf praktisch alle anderen Felder durch. Wir haben hier in Bayern eine gute Ausgangsbasis, die wir jetzt in erfolgreiche Produkte und Geschäftsmodelle umsetzen müssen.“

Professor Dr. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München und ebenfalls Vorsitzender des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft, ergänzt: „Wir sind endgültig im Zeitalter von `Big Data` angekommen, dem sich weder Unternehmen noch wir in unserem alltäglichen Leben entziehen können. Daher müssen wir die Gewohnheiten des Denkens stets aufs Neue überwinden. Umgekehrt müssen wir mit der Realisierung des technischen Fortschritts besonders den Rückbezug auf den Menschen und den Bedarf der Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen. Das „Human-Centered Engineering“ ist zur neuen, zentralen Herausforderung geworden. Nur wenn wir das aufgreifen, können wir die weltweit anerkannte und traditionsreiche Marke des 'German Engineering' in die Zukunft führen.“

Hubert Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, Mitglied des Zukunftsrats der Bayerischen Wirtschaft: „Es gibt Studien, nach denen allein durch Künstliche Intelligenz das deutsche Bruttoinlandsprodukt bis 2030 um 11,3 Prozent steigen wird. Dies entspräche einer Wertschöpfung von rund 430 Milliarden Euro. Die Anwendungsbereiche sind unzählig: Autonomes Fahren, intelligente Produktion und Anwendungen in der Medizintechnik und selbst in der Pflege. Wir müssen diese Chancen nutzen, die Risiken minimieren und die Menschen auf dem Weg mitnehmen.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Robert Seidl

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Robert Seidl
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben