Letzte Aktualisierung: 18. März 2016

Pressemitteilung

Unternehmen in Bayern gehen von längerer Wachstumsschwäche aus / Brossardt: „Wichtigste Ursache laut Umfrage sind hohe Arbeitskosten“

18.03.2016 - München

Eine deutliche Mehrheit der Unternehmen im Freistaat geht von einer länger anhaltenden Wachstumsschwäche in Deutschland aus. Das hat eine branchenübergreifende Umfrage des Instituts der deutschen Wirt­schaft (IW) im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ergeben. Als Gründe nannten die rund 600 Befragten vor allem gesamtwirt­schaftliche Rahmenbedingungen wie die hohe Regulierung, den sich verschär­fenden Fachkräftemangel und hohe Arbeitskosten. „Das schwache Wachstum ist strukturell bedingt. Wenn die politischen Akteure jetzt nicht handeln, wird sich die negative Entwicklung weiter fortsetzen. Für die Tarifparteien, die in diesem Jahr über höhere Entgelte verhandeln, wie in der M+E Industrie, sind die Umfrageergebnisse ein deutliches Signal: Um Wertschöpfung und Be­schäftigung am heimischen Standort zu halten, brauchen wir eine vernünftige Lohnpolitik mit moderaten Entgelterhöhungen und mehr Flexibilität für Unter­nehmen“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Laut IW-Umfrage gehen rund 63 Prozent der bayerischen Unternehmen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft langfristig nur langsam wachsen wird. Am häufigsten nannten die Befragten als Ursache die Arbeitskosten (86 Prozent). „Die Arbeitskosten in Deutschland sind im Vergleich zu anderen Industrielän­dern und vor allem zu mittel- und osteuropäischen Staaten sowie den Schwel­lenländern zu hoch. Laut Statistischem Bundesamt sind sie 2015 erneut um 2,6 Prozent gestiegen. Das ist ein deutlicher Wettbewerbsnachteil für die baye­rischen Unternehmen, die sich gegenüber einer starken internationalen Kon­kurrenz behaupten müssen“, macht Brossardt deutlich. An zweiter Stelle nann­ten die befragten Unternehmen den demografisch bedingten Fachkräftemangel als Wachstumsbremse (rund 83 Prozent). Die hohe Regulierung von Arbeits- und Produktmärkten sehen über 80 Prozent der Unternehmen im Freistaat als Hemmschuh für Wettbewerbsfähigkeit, Investitionstätigkeit und Innovations­kraft am Standort Deutschland. „Interessant ist, dass die Nachfrageschwäche in Europa und den Schwellenländern nicht als Hauptgrund für das schwache Wachstum gesehen wird. Das zeigt: Unsere Probleme sind zum großen Teil hausgemacht. Hier besteht dringender Handlungsbedarf“, so Brossardt.


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