Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2018

Pressemitteilung

Trotz Anstieg: Zeichen am Arbeitsmarkt stehen nicht auf „Frost“ / Brossardt: „Jetzt kommt es auf die Politik und die Tarifparteien an“

31.01.2018 - München

„Der bayerische Arbeitsmarkt ist mit einer Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent weiterhin robust. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Bayern ist saisonüblich. Der Wert liegt immer noch 0,3 Prozentpunkte unter dem des Vorjahresmonats. Im Vergleich mit den deutschen Ländern liegt Bayern zusammen mit Baden-Württemberg auf Platz 1. Insgesamt stehen die Zeichen nicht auf Frost“, erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., anlässlich der heute vorge-
stellten Arbeitslosenzahlen für Januar durch die Bundesagentur für Arbeit.

„Arbeitsmarktexperten erwarten, dass 2018 der Höhepunkt des Jobaufbaus überschritten wird. Damit der Arbeitsmarkt stabil bleibt, müssen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hier sind Politik und Tarifparteien gefordert“, so Brossardt.

Die vbw warnte die Politik vor Einschränkungen bei befristeten Arbeitsverhältnissen. „Insbesondere die sachgrundlosenBefristungen sind ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument. Die sachgrundlose Befristung erleichtert oft die Entscheidung des Unternehmers, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Unterneh-
men sind oft mit globalen Marktschwankungen konfrontiert und können deshalb kaum abschätzen, ob ein Anstieg der Aufträge nur ein kurzfristiges Hoch oder eine langfristige Phase ist. Hinzu kommt der positive Effekt für Arbeitnehmer, denen ein befristetes Beschäftigungsverhältnis oft den Einstieg in einen unbefristeten Stammarbeitsplatz ermöglicht“, so Brossardt.

Er appellierte auch an die künftige Bundesregierung, den Faktor Arbeit nicht zu verteuern. Vor allem warnte er vor den Plänen der SPD-Unterhändler für ein einheitliches Honorarsystem im Gesundheits-
system
: „Dies ginge massiv zu Lasten der Beitragszahler. Wenn eine Angleichung der Honorarordnun-
gen nicht zu Einbußen für Leistungserbringer wie Ärzte, Hebammen oder Physiotherapeuten führen soll, würde sich der durchschnittliche Beitragssatz um fast einen Prozentpunkt erhöhen. Das trifft vor allem die Mittelschicht.“

Eine große Verantwortung tragen nach Brossardts Worten auch die Tarifparteien. Die Tagesstreiks in der Metall- und Elektro-Industrie nannte er vollkommenunverhältnismäßig: „Produktionsstopps von 24 Stunden führen zu massiven Beeinträchtigungen der internationalen Lieferketten. Es drohen für die betroffenen Unternehmen, aber auch für die Volkswirtschaft insgesamt große Schäden, die die IG Metall zu verantworten hat.“


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Andreas Ebersperger

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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