Letzte Aktualisierung: 19. April 2018

Tourismus ist bedeutender Wirtschaftsfaktor Schwabens / Von der Leyen: „Müssen alle vorhandenen Potenziale konsequent nutzen“

19.04.2018 - Augsburg

Die Chancen und Potenziale der schwäbischen Tourismuswirtschaft waren Thema eines Kongresses der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Augsburg. Philipp Erwein Prinz von der Leyen, Vorsitzender des Vorstands der vbw Bezirksgruppe Schwaben, wies darauf hin, dass der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor Bayerns und Schwabens ist: „Bayern ist nach wie vor das Tourismusziel Nummer 1 in Deutschland und hat auch im Jahr 2017 neue Rekorde aufgestellt: Die Zahl der Übernach-
tungen wuchs um 3,7 Prozent auf 94,4 Millionen, die Zahl der Gäste erhöhte sich um knapp fünf Prozent auf 37,3 Millionen. 18,5 Prozent der jährlichen touristischen Wertschöpfung Deutschlands werden im Freistaat erwirtschaftet. Die Branche beschäftigt in Bayern direkt 560.000 Menschen. Der Tourismus ist also beschäftigungs- und umsatzstark. Auch Schwaben ist auf der Erfolgsspur: Die Zahl an Übernach-
tungen hat im Jahr 2017 die 16-Millionen-Grenze überschritten – das sind rund 17 Prozent aller Übernachtungen in Bayern.“

Von der Leyen warnte jedoch davor, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, „denn der Wettbewerb um nationale und internationale Gäste ist hart. Deshalb müssen wir den Tourismus in Bayern und Schwaben weiter stärken und alle vorhandenen Potenziale konsequent nutzen.“ Die vbw Studie „Tourismus und Industrie – gemeinsame Erfolgsfaktoren“ kommt zu dem Ergebnis, dass viele Erfolgsfaktoren der Industrie auf das Beherbergungsgewerbe – die Ankerbranche der Tourismuswirtschaft – übertragbar sind. „Die Studie zeigt, dass Beherbergungsbetriebe ihren Erfolg steigern können, wie z. B. durch nachhaltige Investitionen in die Gästezimmer oder Gemeinschaftsräume oder eine konsequente Innovationsstra-
tegie
. Die Digitalisierung ermöglicht eine gezielte Kundenansprache und die Optimierung hoteleigener Prozesse. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist eine Verlängerung der Wertschöpfungsketten, also die Ergänzung der Übernachtungsleistung um weitere Dienstleistungen, wie beispielsweise Kochkurse oder geführte Wanderungen. Wir möchten damit der Branche und der gesamten Tourismuswirtschaft in Bayern einen Impuls geben“, so von der Leyen.

Johann Britsch, Bezirksvorsitzender, Bayerischer Hotel- u. Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V. Schwaben, Augsburg sagte: „Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, so Britsch, zeige, dass die Belange der Tourismusbranche keine ausreichende Berücksichtigung finden. Beispielhaft nannte Britsch die Weigerung der Regierungskoalition, die Flexibilisierung der Arbeitszeit im Arbeitszeitgesetz selbst neu zu regeln, die nur halbherzige Ankündi¬gung, den Arbeitsmarkt für Mitarbeiter in der Küche oder im Service auch für Nicht-EU-Bürger zu öffnen oder auch die Vorstellung, dass mit der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für Auszubildende die Probleme im Zusammenhang mit den zurück-
gehenden oder stagnierenden Ausbildungszahlen gelöst werden könnten.“

Martin Sailer, Landrat, Landkreis Augsburg, fügte hinzu: „Tourismus ist nicht nur ein bedeutender Wirt-
schaftsfaktor, sondern auch wichtig, um die Attraktivität von Städten und Regionen zu entwickeln und zu kommunizieren. Dieser Aspekt spielt im Wettbewerb der Städte und Regionen eine immer größere Rolle, wenn es um die Gewinnung von Fachkräften und Wirtschaftsansiedlungen geht.“

Klaus Holetschek MdL, Vorsitzender des Vorstands, Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben e. V. erklärt: „Die Tourismuswirtschaft im Allgäu und Bayerisch Schwaben muss sich für die Zukunft wettbe-
werbsfähig halten, hierzu gehören neben den Herausforderungen der Digitalisierung vor allem Konzepte zur Steigerung der Nachhaltigkeit, der Organisation innovativer Mobilitätsangebote und die Diskussion um die Werthaltigkeit des Tourismus in ländlichen Regionen“. Holetschek plädiert zur Entwicklung dieser Themen für ein Kompetenzzentrum Tourismus in Schwaben und Bayern.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Tobias Kochta

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Tobias Kochta
Content Sharing
Bitte loggen Sie sich ein, um den Einbettungs-Code für diese Seite zu erhalten.
nach oben