Letzte Aktualisierung: 28. September 2017

Pressemitteilung

Thomas Kaeser fordert beim 9. Arbeitgeberforum Oberfranken zeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen für die Arbeitswelt 4.0

28.09.2017 - Neudrossenfeld

Gastredner Scholz: „Die junge Generation in ihrer Andersartigkeit verstehen und auf ihre spezifische Leistungsbereitschaft aufbauen“

Im Mittelpunkt des 9. Arbeitgeberforums Oberfranken der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. standen die Anforderungen der Generationen Y und Z an die Arbeitswelt 4.0. Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe Oberfranken, erklärte: „Auf dem Weg zu einer Gesellschaft 4.0, in der beinahe alle wichtigen Lebensbereiche digitalisiert sind, ändern sich die Anforderungen an die Unternehmen und an jeden einzelnen Arbeitnehmer. Der zunehmende Fachkräftemangel verursacht einen Wettbewerb um die ‚besten Köpfe‘ und macht es erforderlich, dass Unternehmen sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren.

Denn die Arbeitnehmer aus Generation Y und Z haben ihre eigenen Vorstellungen von der Arbeitswelt 4.0.“ „Gerade die Generation Z als ab Anfang der 1990er Jahre Geborene ist ein weltweites Phänomen der Andersartigkeit“, so Gastredner Prof. Dr. Christian Scholz vom Lehrstuhl für Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes: „Sie ist allen Vorurteilen zum Trotz leistungsbereit, aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Sie ist aber auch sehr realistisch und hat ein genaues Bild davon, was sie im Unternehmen erwartet und reagiert auf dieses Wissen mit einer gefährlich geringen Bindungsbereitschaft.“

Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht in vielen Bereichen eine noch stärkere Flexibilisierung hinsichtlich Arbeitszeit und Arbeitsort im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmen. „Doch dafür brauchen wir zeitgemäße gesetzliche Rahmenbedingungen“, forderte Kaeser. „Was wir benötigen, ist eine Reform des überholten Arbeitszeitgesetzes. Insbesondere die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Wir wollen keine Erhöhung des Arbeitsvolumens, sondern eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit – weg von einer täglichen hin zu einer wöchentlichen Betrachtung mit einem maximalen Spielraum von 48 Stunden. Zudem müssen wir zu einer flexiblen Gestaltung der elf-stündigen täglichen Ruhezeit kommen. Die bisherige Regelung ist völlig weltfremd. Es muss doch möglich sein, auch nach Dienstschluss noch eine kurze Nachricht an einen Kollegen zu schicken, ohne dass die elf-stündige Ruhezeit wieder von vorne zu laufen beginnt“, so Kaeser.

Dazu Scholz: „Unternehmen suchen bei der Arbeitszeit verständlicherweise zunehmend sehr flexible Lösungen, die Vertreter der Generation Z aber – ebenfalls aus nachvollziehbaren Gründen – zunehmend feste und berechenbare Arbeitszeiten. Work-Life-Blending als fließender Übergang zwischen Beruf und Privatleben lehnt die Generation Z kategorisch ab.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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