Letzte Aktualisierung: 28. Juni 2016

Pressemitteilung

Tag der Bayerischen Wirtschaft in Brüssel: vbw fordert „besseres Europa“ / Gaffal: „Mehr Markt und Wettbewerb für mehr Wohlstand in Europa“

28.06.2016 - Brüssel

Beim „Tag der Bayerischen Wirtschaft“ der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. in Brüssel waren die Folgen des „Brexit“ ein zentrales Diskussionsthema. Die vbw hat erneut ihre Betroffenheit über das Ergebnis des britischen Referendums zum Ausdruck gebracht. „Der ‚Brexit‘ wird negative Folgen haben – für Europa, für Großbritannien, für Deutschland und auch für Bayern. Wir verlieren daneben einen wichtigen Partner bei der Verteidigung von Freihandel und Marktwirtschaft“, sagte vbw Präsident Alfred Gaffal.

Für Bayern ist das Vereinigte Königreich nach den USA der zweitgrößte Exportmarkt. „Durch den Austritt laufen wir nun in eine Phase der Unsicherheit. Unsicherheit führt zu Investitions- und Kaufzurückhaltung. Diese Phase muss jetzt so kurz wie möglich gehalten werden, indem die EU und Großbritannien den künftigen Umgang miteinander schnell definieren“, so Gaffal.

Die vbw forderte die EU auf, jetzt nicht zum ‚business as usual‘ zurückzukehren. „Die EU muss grundlegend reformiert werden. Ein ‚Weiter so‘ darf es nicht geben. Die richtige Antwort auf die wachsende Europaskepsis ist nicht der reflexhafte Ruf nach ‚mehr Europa‘. Vielmehr brauchen wir ein ‚besseres Europa‘, das sich auf seine Stärken besinnt und seinen praktischen Nutzen für die Menschen unter Beweis stellt“, sagte Gaffal. Aus Sicht der vbw gehört dazu die strikte Beachtung der Subsidiarität, ein gemeinsames europäisches Handeln in der Flüchtlingspolitik und die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Gaffal betonte, dass die Staatsschuldenkrise dem Freistaat schadet: „Sieben der zehn größten Exportmärkte Bayerns sind EU-Staaten. Die EU-Kommission muss besser auf eine solide Haushaltspolitik aller EU-Mitglieder achten. Finanzielle Hilfen darf nur erhalten, wer die notwendigen Strukturreformen durchführt.“ Der Forderung nach einer Reduzierung der bayerischen und deutschen Exportüberschüsse erteilte die vbw eine klare Absage: „Nach einer aktuellen vbw Studie führt die Nachfrage Deutschlands nach Produkten aus anderen EU-Staaten zu fünf Millionen Arbeitsplätzen in diesen Ländern. Eine schlechtere Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands hätte negative Effekte auch auf andere EU-Staaten“, so Gaffal.

Die vbw forderte mehr Markt und Wettbewerb für mehr Wohlstand in Europa. „Dazu ist eine Re-Industrialisierung nötig. Wir unterstützen das Ziel der EU, den industriellen Wertschöpfungsanteil in Europa bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen“, erklärte Gaffal. Die vbw erwartet von der EU zudem, dass sie die Zukunftschancen der Digitalisierung konsequent nutzt und ihre ‚Digitale Agenda’ umsetzt. Große Wachstumschancen sieht die vbw auch im Freihandelsabkommen mit den USA, TTIP. Gaffal: „Für ein Exportland wie Bayern sind offene Märkte unverzichtbar. Wir werden weiter für TTIP werben.“

Die vbw richtet zusammen mit der Vertretung des Freistaats Bayern in Brüssel zum vierten Mal den „Tag der Bayerischen Wirtschaft“ aus. Mehrere Unternehmen präsentieren dabei auf dem Gelände der Bayerischen Vertretung ihr Produktportfolio. Als Gastredner sprachen Dr. Angelika Niebler, Vorsitzende der CSU-Europagruppe im Europäischen Parlament, und Bayerns Europaministerin Dr. Beate Merk.


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