Letzte Aktualisierung: 30. September 2019

Pressemitteilung

September-Arbeitsmarkt: ordentliche Zahlen, aber sorgenvoller Blick in die Zukunft / Brossardt: „Pläne des Bundesarbeitsministers kontraproduktiv“

30.09.2019 - München

Zufriedenstellende Zahlen für September, aber sorgenvoller Blick in die Zukunft: So bewertet die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. die heute bekanntgegebenen Arbeitsmarktdaten der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.

„Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber August saisonalbedingt leicht auf 2,8 Prozent gesunken. Die gute Quote darf aber nicht verdecken, dass die Anspannung auf dem Arbeitsmarkt wächst. Die Konjunktur befindet sich im Abschwung. Die Lage der Unternehmen wird schwieriger: Arbeitszeitkonten werden abgebaut, die Zeitarbeit wird zurückgefahren, die Kurzarbeitsanzeigen steigen an. In einigen Unternehmen hat der Stellenabbau bereits begonnen. Fast 10.000 Personen sind nach einer Beschäftigung neu arbeitslos geworden und müssen von der Arbeitslosenversicherung des SGB III aufgefangen werden. Das sind 9,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt stagniert der Abbau der Arbeitslosigkeit erstmals seit fünf Jahren.“ Mit diesen Worten kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt die Ergebnisse aus Nürnberg.

In der Arbeitsmarktpolitik kritisiert die vbw die jüngst vorgestellten Pläne von Bundesarbeitsminister Heil. „Diese sind keine Antwort auf die Herausforderungen des Strukturwandels und der Arbeitswelt von morgen. Sie zielen vor allem darauf ab, Bestehendes zu konservieren und die Unternehmen weiter zu belasten. Zur Frage, wie wir auch in Zukunft ausreichend Arbeitsplätze schaffen können, entwickelt das Bundesarbeitsministerium keine Ideen“, so Brossardt weiter.

Die vbw bedauert besonders, dass der Bundesarbeitsminister die dringend notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeitgesetzgebung außen vor lässt: „Die Bayerische Staatsregierung hingegen macht es richtig und hat die dringend notwendige Modernisierung und Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes im Bundesrat eingebracht“, sagte Brossardt. Besonders kritisch sieht die vbw auch die geplante Einführung einer Perspektivqualifizierung, bei der Arbeitnehmer, für die es im Betrieb keine Perspektive mehr gibt, dennoch dort bleiben und weiterqualifiziert werden sollen. Brossardt: „Es darf nicht sein, dass man ziellos ins Blaue hinein qualifiziert.“


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