Letzte Aktualisierung: 19. September 2017

Pressemitteilung

Zu vbw Studie: Schwächere deutsche Wirtschaft wäre Wachstumsdämpfer für Europa / Brossardt: „Ausbremsen der deutschen Wirtschaft ist nicht zielführend“

19.09.2017 - München

Eine Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die von der Prognos AG erstellt
wurde, hat ergeben, dass die deutsche Nachfrage EU-weit für 4,8 Millionen Jobs sorgt. Die Autoren
haben außerdem in Szenario-Rechnungen untersucht, welche Auswirkungen eine schwächere deutsche Wirtschaft auf die europäischen Nachbarn hätte.

In einem Szenario wurde untersucht, welche Folgen es hätte, wenn die deutsche Wertschöpfung in den Jahren 2017 bis 2019 stagnieren würde. „Ein solcher Fall wäre nicht nur für uns in Deutschland extrem ungünstig, sondern auch für unsere Nachbarländer, von denen wir viele Vorleistungen beziehen. Ihnen würde ein großer Teil der Nachfrage fehlen“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Im Ergebnis läge die Wirtschaftsleistung in den übrigen Ländern der Europäischen Union im Jahr 2019 in diesem Fall um 18 Milliarden Euro beziehungsweise um 0,2 Prozent niedriger als bei einer stabilen Entwicklung. Besonders betroffen wären laut Studie mit Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Polen vor allem die exportorientierten Länder Mittel- und Osteuropas. Ihr Brutto-Inlandsprodukt (BIP) würde im Jahr 2019 zwischen 0,75 Prozent und 0,65 Prozent niedriger ausfallen. Österreich würde im Szenario der dreijährigen deutschen Stagnation im Jahr 2019 ebenfalls über 0,5 Prozent des BIP-Niveaus verlieren.

Ein anderes Szenario nimmt einen stärkeren Anstieg der Lohnstückkosten in Deutschland und daraus folgend eine geringere Wettbewerbsfähigkeit an. Laut Studie werden dadurch die deutschen Exporte gedämpft, weil die Produkte mehr kosten. „Das begünstigt kurzfristig die Hersteller im Ausland gegenüber denen in Deutschland, aber auch die deutsche Importnachfrage nach Vorleistungen sinkt ab. Das schadet den ausländischen Lieferanten“, erklärt Brossardt. In der Folge läge das deutsche BIP in diesem Szenario im Jahr 2023 um knapp 0,7 Prozent beziehungsweise 21 Milliarden Euro niedriger als im Basisszenario. Das der anderen EU-Staaten würde sich insgesamt um 15 Milliarden Euro reduzieren. Am stärksten negativ betroffen wären mit Österreich, Ungarn, Polen, der Slowakei und Tschechien solche Länder, die stark exportorientiert und auf den deutschen Markt ausgerichtet sind.

„Eine stagnierende oder weniger wettbewerbsfähige deutsche Wirtschaft hilft anderen EU-Ländern nicht, sondern würde ihnen schaden. Angesichts von Leistungsbilanzüberschüssen ein Ausbremsen der deutschen Wirtschaft zu fordern, ist nicht zielführend. Wir dürfen Deutschland nicht schwächer machen, sondern müssen die Wettbewerbsfähigkeit der anderen EU-Staaten steigern“, so Brossardt.

Über „Deutschlands Rolle in der Europäischen Union“ diskutiert die vbw am 22.09.2017 von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr unter anderem mit MdEP Manfred Weber und Vertretern europäischer Industrieverbände. Eine Einladung erging gesondert.

Die Studie ist abrufbar unter:


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Dirk Strittmatter

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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