Letzte Aktualisierung: 31. März 2016

Pressemitteilung

Produktionsstandorte im Ausland sind profitabler als inländische / Brossardt: „Jede dritte Firma erwägt Produktionsverlagerung ins Ausland“

31.03.2016 - München

Die Auslandsaktivitäten bayerischer Unternehmen nehmen spürbar zu. Das gilt für den Export, vor allem aber für Direktinves­titionen im Ausland. Mit den Gewinnen aus ihren Auslandsaktivitäten sichern bayerische Unternehmen Wertschöpfung und Beschäftigung im Inland. Das gilt vor allem für Firmen mit Produktionsstätten im Ausland, da diese profitabler sind als inländische Standorte. Das hat eine aktuelle Studie der vbw – Vereini­gung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ergeben, für die mehr als 150 Unterneh­men im Freistaat befragt wurden.

„Die vbw Studie zeigt, dass sowohl Exporte als auch Auslandsproduktion einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Während der Außenhandel in ähnlichem Maße zum Gewinn beiträgt wie der Inlandsabsatz, ist die Produk­tion im Ausland in der Tendenz profitabler als die Herstellung in Deutschland und auch profitabler als die Ausfuhren“, erklärt vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. 79 Prozent der für die vbw Studie befragten bayerischen Unternehmen erzielen mit ihrer Auslandsproduktion Gewinne. Bei 31 Pro­zent der Unternehmen trägt sie überdurchschnittlich zum Gewinn bei. Auch die Umsatzrenditen der Auslandsproduktion sind den Firmenangaben zufolge seit 2010 stärker gestiegen als durch Exporte und werden dies bis 2020 auch weiterhin tun.

Brossardt: „Der Anreiz für Unternehmen, jenseits der Grenzen Kapazitäten auf­zubauen, ist angesichts der höheren Profitabilität der Auslandsproduktion groß. Die Bedeutung des Kostenarguments für einen Gang ins Ausland hat wieder an Gewicht gewonnen. Wir sehen derzeit zwar keinen Trend zur echten Ver­lagerung. Es ist aber ein schleichender Prozess, der längst begonnen hat.“ Die Mehrheit der befragten Unternehmen gab an, dass steigende Auslandsgewin­ne kurz- und mittelfristig zum Ausbau ihrer bestehenden Produktionskapazitä­ten (63 Prozent)oder zum Aufbau neuer Kapazitäten (53 Prozent) im Ausland führen werden. „Diese Pläne gehen nicht zulasten der Inlandsproduktion. Aller­dings denkt immerhin jedes dritte Unternehmen mit Auslandsstandorten darü­ber nach, Teile seiner Inlandsproduktion ins Ausland zu verlagern. Das ist eine alarmierende Entwicklung“, warnt Brossardt und betont: „Wenn sich die Rah­menbedingungen im Inland verschlechtern, wird Wertschöpfung künftig zu­nehmend im Ausland stattfinden. Um das zu verhindern, müssen wir die Wett­bewerbsfähigkeit unseres Standorts erhalten und ausbauen. Hier spielt eine moderate Lohnpolitik eine entscheidende Rolle.“


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