Letzte Aktualisierung: 23. Mai 2016

Pressemitteilung

Deutsche Güternachfrage schafft fünf Millionen Jobs in Europa / Gaffal: „Deutschland muss Wirtschaftslokomotive für Europa bleiben“

23.05.2016 - München

Die starke Nachfrage der deutschen Wirtschaft nach Gütern aus anderen EU-Staaten schafft in hohem Umfang Wertschöpfung und Arbeitsplätze in ganz Europa. Dies ist das Ergebnis einer Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., die die Prognos AG für
die vbw erstellt hat.

Die gesamte Importnachfrage Deutschlands nach Gütern aus anderen EU-Ländern belief sich im Jahr 2014 auf 712 Milliarden US-Dollar. Die größte Abhängigkeit von Deutschland weist Tschechien auf. Das Land setzt mehr als 30 Prozent seiner gesamten Güterexporte nach Deutschland ab. In Österreich, Luxemburg, Ungarn und Polen lag der Anteil bei über 25 Prozent.

Die Nachfrage Deutschlands nach Importgütern schafft in den anderen EU-Staaten insgesamt fünf Millionen Arbeitsplätze. Allein die Nachfrage der deutschen Industrie sorgt für 3,5 Millionen Jobs in der EU. In Tschechien und der Slowakei hängen neun bzw. acht Prozent aller Beschäftigten von der deutschen Importnachfrage ab. In absoluten Zahlen ist der Effekt in Polen am größten: 870.000 Arbeitsplätze, das sind gut 5,5 Prozent aller Beschäftigten, hängen von der deutschen Importnachfrage ab. In den Niederlanden sind es über 500.000 Jobs, in Tschechien, Frankreich und Italien jeweils über 400.000.

Der Kraftwagenbau spielt bei den Zulieferungen aus dem EU-Ausland die größte Rolle. Mit einem Importvolumen in Höhe von 99 Milliarden US-Dollar ist allein dieser Wirtschaftszweig für fast 14 Prozent aller Güterimporte der deutschen Industrie aus der EU verantwortlich. Es folgen die chemische Industrie mit 74 Milliarden und der Maschinenbau mit über 60 Milliarden US-Dollar.

vbw Präsident Alfred Gaffal analysiert: „Unser Land steht immer wieder wegen seiner hohen Leistungsbilanzüberschüsse in der Kritik. Unsere Studie zeigt: Diese Argumentation ist absurd. Deutschland ist die Wirtschaftslokomotive in Europa. Denn die EU-Staaten importieren nicht nur viele Güter aus Deutschland. Deutschland ist für sie gleichzeitig einer der wichtigsten Absatzmärkte. Die politische Rahmengesetzgebung in Brüssel und in Berlin muss so gestaltet werden, dass die wirtschaftliche Stärke Deutschlands erhalten bleibt. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Europa wirtschaftlich gesundet.“

Diese These stützt auch ein Szenario in der Studie, das eine Stagnation der deutschen Wirtschaft fingiert. Bei einer Stagnation Deutschlands von 2016 bis 2018 läge das Bruttoinlandsprodukt in den anderen EU-Staaten um 0,5 Prozent niedriger als in der Basisrechnung, die von einem durchschnittlichen Wachstum in Deutschland von 1,4 Prozent ausgeht.


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