Letzte Aktualisierung: 11. April 2017

Pressemitteilung

Internationalisierung sichert Wettbewerbsfähigkeit am Standort/ Brossardt: „Bayerische Unternehmen trotzen De-Industrialisierungstrend“

11.04.2017 - München

Direktinvestitionen bayerischer Unternehmen im Ausland haben sich seit 1995 verfünffacht, das inländische Anlagevermögen stieg nur um das 1,4-fache – das geht aus einer Studie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hervor. Deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärt: „Die Internationalisierung der Wertschöpfungsketten wird sich in Zukunft beschleunigen. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und sichert Wertschöpfung und Beschäftigung im Inland.“ Im internationalen Vergleich steht der Freistaat mit einem industriellen Wertschöpfungsanteil von über 27 Prozent hervorragend da, der Durchschnitt über alle Industrieländer liegt nur bei 14 Prozent. „Bayerische Unternehmen trotzen dem De-Industrialisierungstrend, den wir in vielen Ländern erleben. Damit das so bleibt, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen für Wachstum“, betont Brossardt.

Heute beziehen bereits 54 Prozent der bayerischen M+E Unternehmen Vorleistungen aus dem Ausland. Produktion im Ausland ist aber eine Frage der Unternehmensgröße. So fertigen 13 Prozent der Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten im Ausland, von denen mit mehr Beschäftigten sind es 57 Prozent. „Knapp die Hälfte dieser Unternehmen baut zeitgleich die Inlandsproduktion aus“, erläutert Brossardt und fügt hinzu: „Sorge bereitet uns, dass der Anteil im Ausland aktiver Unternehmen, die die inländische Produktion einschränken wollen, von zwei auf knapp sieben Prozent gestiegen ist. Außerdem verändern sich mit steigenden Auslandsaktivitäten die Art der Investitionen im Inland.“

Die Studie zeigt, dass von den Unternehmen mit Auslandsproduktion nur ein gutes Drittel den Fokus auf den Auf- und Ausbau der Inlandsproduktion legt, zwei Drittel investieren lieber in Erhalt und Moderni-
sierung. Zudem steigt der Anteil der im Ausland getätigten Investitionen an den Gesamtinvestitionen in den nächsten fünf Jahren von 36 auf rund 43 Prozent. „Die Dynamik findet im Ausland statt, das geht im Inland zulasten der einfachen Tätigkeiten“, fasst Brossardt zusammen und ergänzt: „Rund 41 Euro Arbeitskosten pro Stunde sind bei aller Standorttreue einfach wettbewerbsfeindlich für unsere Unternehmen.“ Die vbw fordert wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und eine moderate Lohnpolitik zum dauerhaften Erhalt der heimischen Wettbewerbsfähigkeit.

Die Studie finden Sie unter:


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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