Letzte Aktualisierung: 05. Juni 2018

Pressemitteilung

vbw warnt vor Einschränkung von befristeten Arbeitsverhältnissen / Brossardt: "Quote für sachgrundlose Befristung gefährdet 37.000 Jobs in Bayern"

05.06.2018 - München

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. warnt die Bundesregierung vor einer Beschränkung befristeter Arbeitsverhältnisse. „Befristungen sind per se kein Massenphänomen. Seit Jahren liegt der Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse stabil bei knapp acht Prozent, in Bayern sind es nur 6,6 Prozent – und dies, obwohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Freistaat schneller gestiegen ist als im Bundesdurchschnitt. Zudem hat Bayern mit 2,7 Prozent im Mai auch eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote als ganz Deutschland“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Er kritisierte, dass nun die gesamte Wirtschaft mit Beschränkungen bei den Befristungen überzogen werden soll, obwohl beim Staat selbst am häufigsten befristet wird und Mitarbeiter dort am seltensten in eine dauerhafte Beschäftigung übernommen werden: „In der Privatwirtschaft liegt die Befristungsquote bei sieben Prozent, im öffentlichen Dienst und im Non-Profit-Sektor dagegen bei elf Prozent. In der Privatwirtschaft werden 42 Prozent der befristet Beschäftigten später in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen, in der Industrie sogar über 50 Prozent, im öffentlichen Sektor hingegen nur 32 Prozent. Wir fordern, dass der Staat zuallererst bei sich selbst seine Zielsetzung umsetzt. Leider gibt es dazu im Koalitionsvertrag keine Pläne“, sagte Brossardt.

Die vbw betont, dass Befristungen ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument für die Unternehmen sind. „Sie erleichtern Einstellungen, wenn der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften im Betrieb zeitlich begrenzt oder aus wirtschaftlichen Gründen unsicher ist. Nicht zuletzt haben neue gesetzliche Regelungen wie Elternzeit oder Pflegezeit die Notwendigkeit von Befristungen erhöht. Zusätzlicher Befristungsbedarf ist durch die vorgesehene befristete Teilzeit zu erwarten“, so Brossardt weiter.

Die vbw verweist auf den positiven Effekt für Arbeitnehmer, denen ein befristetes Beschäftigungsverhältnis oft den Einstieg in einen unbefristeten Stammarbeitsplatz ermöglicht. Brossardt: „Dies gilt in besonderem Maße für die Gruppen, die es am Arbeitsmarkt am schwersten haben: Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte. Diese Brücke in den Arbeitsmarkt darf nicht eingerissen werden. Allein die geplante Begrenzung der Quote für sachgrundlose Befristungen auf 2,5 Prozent der Beschäftigten in einem Betrieb würde bundesweit rund 400.000 Stellen gefährden, davon 37.000 in Bayern. Eine stärkere Regulierung befristeter Beschäftigung lehnt die vbw daher grundsätzlich ab.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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