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    Letzte Aktualisierung: 11. März 2016

    Pressemitteilung

    Bayerische Betriebskrankenkassen durch Umverteilung benachteiligt / Brossardt: „Wettbewerb braucht faire Rahmenbedingungen“

    09.03.2016 - München

    Bei vielen gesetzlichen Krankenkassen in Bayern hat sich 2015 das Defizit im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Das geht aus den vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen hervor. Auch bayerische Betriebskrankenkassen (BKKs) sind davon betroffen, während andere Kassenarten profitieren. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. kritisiert die Benachteiligungen von Betriebskrankenkassen durch das Umverteilungssystem Morbi-RSA (morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich). Der Morbi-RSA bestimmt die Zu- und Abschläge, die Kassen je nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand ihrer Versicherten zusätzlich zu einer pauschalen Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds erhalten.

    vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärt: „Das Modell des Morbi-RSA benachteiligt die Betriebskrankenkassen. Sie versichern Mitarbeiter mit tendenziell höheren Durchschnittslöhnen und müssen deshalb auch mehr an den Gesundheitsfonds abführen. Aber das von ihnen zu bezahlende Krankengeld ist von der Lohnhöhe des Versicherten abhängig. Diese Leistung fällt für die bayerischen Betriebskrankenkassen in der Regel höher aus als für andere Kassen. Aus dem Gesundheitsfonds erhalten die Kassen nicht genügend Geld zurück, um ihre Ausgaben zu decken, auch weil ihre Versicherten oftmals nicht an den Erkrankungen leiden, für die es besondere Zuschüsse gibt. Die Einbeziehung der Erwerbsminderungsrente in den Morbi-RSA ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Viele der benachteiligten Kassen zeigen mit sehr niedrigen Verwaltungsausgaben, dass sie sehr effizient arbeiten. Dem darf nicht durch unfaire Regelungen entgegengewirkt werden.“

    Brossardt kritisiert zudem einen weiteren nachteiligen Effekt durch den Gesundheitsfonds: „Die Versicherten und deren Arbeitgeber müssen Überschüsse in anderen Regionen Deutschlands finanzieren, weil eine Regionalkomponente fehlt. Diesen Methodenfehler muss die Politik endlich angehen.“ Die vbw unterstützt deshalb die Forderungen der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml nach einer Regionalkomponente im Morbi-RSA. Diese könnte eine höhere Verteilungsgerechtigkeit herstellen. Brossardt: „Wettbewerb braucht faire Rahmenbedingungen. Nachbesserungen beim Morbi-RSA sind dringend erforderlich.“


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    Dr. Theresa Lena Sauter

    Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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