Letzte Aktualisierung: 18. Februar 2016

Pressemitteilung

Noch nicht gehobenes Potenzial bei Männern: 100.000 zusätzliche Fachkräfte / Brossardt: „Jüngere Männer im Durchschnitt schlechter ausgebildet als Frauen“

18.02.2016 - Taufkirchen

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sieht ein großes, noch nicht gehobenes Fachkräftepotenzial bei männlichen Arbeitnehmern. „Vor allem jüngere Männer sind heute im Durchschnitt schlechter ausgebildet als Frauen der gleichen Altersgruppe. Sie haben seltener Abitur oder Fachhochschulreife, brechen häufiger ein Studium ab und verlassen öfter die Schule ohne Abschluss. 2014 waren zum Beispiel 61 Prozent der Schulabgänger in Bayern ohne Mittelschulabschluss Männer. Daher widmen wir uns den spezifischen Anforderungen an Männer am Arbeitsmarkt. Zur Fachkräftesicherung brauchen wir natürlich Maßnahmen für alle Berufsgruppen“, sagte vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt auf dem vbw Kongress „Vorsprung Bayern – Männer in der Arbeitswelt“ in Taufkirchen.

Die vbw Studie „Arbeitslandschaft 2040“ sieht bei den Männern bis 2020 in Bayern ein Potenzial von 100.000 zusätzlichen Fachkräften. Brossardt: „Dieses lässt sich besser heben, wenn es gelingt, Männer höher zu qualifizieren. Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss muss innerhalb der nächsten Jahre halbiert und leistungsschwächere Schüler müssen noch stärker unterstützt werden. Im Beruf sollte das Instrument der Teilqualifikation noch besser genutzt werden.“

Die vbw strebt an, die Erwerbsbeteiligung von Männern weiter zu erhöhen. Brossardt: „Die Erwerbstätigenquote von Männern liegt mit 82 Prozent zwar neun Prozentpunkte höher als die der Frauen. Bei den Frauen gab es allerdings in den letzten zehn Jahren einen stärkeren Anstieg der Erwerbsbeteiligung. Die Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern muss weiter gesteigert werden.“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist es aus Sicht der vbw, Arbeit demografiefest zu gestalten. Hierzu gehört nach Brossardts Worten, mehr Energie in Prävention und Gesundheitsförderung zu stecken. Außerdem gilt es, Arbeitslose besser zu vermitteln. „Dazu müssen die Einstiegsschwellen in den Arbeitsmarkt gering gehalten werden. Der gesetzliche Mindestlohn ist vor diesem Hintergrund ein schwerer Fehler. Weitere Regulierungen, etwa bei der Zeitarbeit, wären ebenso kontraproduktiv“, so Brossardt.

Eine neue Herausforderung ergibt sich angesichts des Flüchtlingszustroms nach Deutschland. „Fast 70 Prozent aller Asylerstantragsteller im Jahr 2015 waren männlich, in der Altersgruppe zwischen 16 und 30 Jahren sogar 79 Prozent. Die Wirtschaft nimmt ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahr. Wir haben die Initiative ‚Integration durch Ausbildung und Arbeit (IdA)‘ ins Leben gerufen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres 20.000 Asylbewerbern einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz anzubieten und bis 2019 60.000 erfolgreiche Arbeitsmarktintegrationen vorzunehmen.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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