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    Letzte Aktualisierung: 15. Juni 2016

    Pressemitteilung

    Moderates Gewerbesteuer-Niveau in Oberbayern und im Oberland ist Standortvorteil / Dr. Albrecht Schleich: „Zielgerichtete Hebesatzpolitik steigert Attraktivität von Kommunen“

    15.06.2016 - Feldafing

    Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat die Entwicklung bei der Gewerbesteuer in Bayern und Deutschland in den vergangenen Jahren analysiert. Das Ergebnis: Bundesweit gibt es einen schleichenden Trend zu immer höheren Hebesätzen – die Steuerbelastung vieler Unternehmen steigt. Die bayerische Hebesatzlandschaft dagegen ist – mit Ausnahme der großen Städte – günstig.

    Erst recht gilt dies für das Oberland. Dr. Albrecht Schleich, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern: „Das Oberland weist mit 329,4 Punkten einen geradezu phänomenal niedrigen Hebesatzdurchschnitt auf. Der Schnitt in ganz Bayern liegt bei 375 Punkten, bundesweit sogar bei 397 Punkten. Diesen Standortvorteil müssen wir uns bewahren.“

    Die vbw betonte, dass eine Hochsteuerpolitik in der Gewerbesteuer unvernünftig ist und unser Land im internationalen Steuerwettbewerb zurückwirft. „Dagegen können Kommunen mit zielgerichteter Hebesatzpolitik und Investitionen in Standortqualitäten ihre Attraktivität für Unternehmen deutlich steigern. Bayern, Oberbayern und das Oberland sind hierfür sehr gute Beispiele. Durch das moderate Besteuerungsniveau ist das Gewerbesteueraufkommen im Freistaat und in unserer Region überdurchschnittlich gewachsen. Am erfolgreichsten sind die Kommunen, die ihren Hebesatz gesenkt oder zumindest nicht geändert haben. Dort haben sich die Einnahmen am besten entwickelt.“

    Laut vbw ist das Gewerbesteueraufkommen in Bayern zwischen 2003 und 2015 mit 126 Prozent Zuwachs deutlich stärker gewachsen als in Deutschland insgesamt (+90 Prozent). In Oberbayern betrug der Zuwachs 150 Prozent, im Oberland gab es eine Verdoppelung. Kritisch sieht die vbw, dass auch einige bayerische Kommunen dieses Jahr die Hebesätze erhöht haben. „Wir dürfen den Standortvorteil der vergleichsweise günstigen Hebesatzsituation in Bayern und in unserer Region nicht aufs Spiel setzen. Denn der Vergleichsmaßstab unserer Unternehmen ist nicht der deutsche Schnitt oder ein anderes Land in Deutschland: Er ist international. Und hier werden wir nur mit günstigen Hebesätzen als attraktiv wahrgenommen“, so Schleich.

    Jürgen Müller, Geschäftsführer der PARItec GmbH, Starnberg: „Die PARI-Unternehmensgruppe ist im Raum München/Oberbayern an drei Standorten vertreten. Die Gewerbesteuer-Hebesätze liegen in der Bandbreite von 250 bis 380. Bis jetzt leiten wir daraus keine strategischen Überlegungen ab, da andere Standortfaktoren im Vordergrund stehen. Die großen Unterschiede sollten aber transparent und nachvollziehbar sein.“

    Andreas Bulić, CFO der 328 Support Services GmbH, Weßling: „Die Entscheidung über Wachstum durch Investitionen oder Reduzierung der Geschäftstätigkeit wird in unserem internationalen Konzern auf Grundlage aller Standortfaktoren getroffen. Mein Management muss gegenüber der Muttergesellschaft genau erklären, warum ein im internationalen Vergleich hohes Steueraufkommen durch regionale Infrastrukturangebote den Standorterhalt weiterhin rechtfertigt. Eine Gewerbesteuer wird nur dann eine dauerhafte Einnahmequelle für die Gemeinden bleiben, wenn die Unternehmen den Strukturvorteil nachvollziehbar erfahren bzw. darlegen können.“

    Gerhard Schneider, Geschäftsführer Hörmann Automotive GmbH, Penzberg: „Die Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes ist von vielen, untereinander vernetzten, Faktoren abhängig. Die Höhe der Gewerbesteuer stellt dabei eine Schlüsselrolle dar. Zielgerichtet investiert kann die Gewerbesteuer eine Reihe von Standortfaktoren positiv beeinflussen. Hier ist von den Kommunen Augenmaß und Weitsicht gefragt.“


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