Letzte Aktualisierung: 08. Juli 2016

Pressemitteilung

Kongress „Vorsprung Bayern: Flüchtlingsintegration erfolgreich gestalten“ / Brossardt: „Sprachkenntnisse Grundvoraussetzung für erfolgreiche Integration“

07.07.2016 - München

Im Rahmen ihres Kongresses „Vorsprung Bayern: Flüchtlingsintegration erfolgreich gestalten“ zog die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ein erstes Fazit des Maßnahmenpakets „IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit“, das die vbw im Oktober 2015 gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen hat. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärte: „Wir haben schnell auf den Flüchtlingsansturm reagiert und die ‚IdA-Projekte‘ gestartet. Die bisherigen Erfahrungen bestätigen schon jetzt, dass vor allem Sprache und schneller Kompetenzerwerb und deren enge Vernetzung miteinander die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sind. Die Integrationschancen müssen aber realistisch gesehen werden. Kurzfristig ist ein Einstieg in Arbeit und Ausbildung für nur etwa zehn Prozent der Flüchtlinge möglich, mittelfristig bieten sich für die unter 25-jährigen Flüchtlinge besonders gute Chancen.“

Die Projekte „IdA BayernTurbo“ und „IdA 1000“ werden bis in das kommende Jahr mehr als 2.000 Asylbewerber, die von der Agentur für Arbeit vermittelt werden, beim Übergang in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt begleiten. „Den Schwerpunkt setzen wir bei unseren Projekten auf sprachliche und berufliche Qualifizierung, Arbeitserprobung, Kompetenzerprobung und Praktika. Beim ‚BayernTurbo‘ absolvieren momentan 337 Teilnehmer das Programm, bei ‚IdA 1000‘ nehmen aktuell 655 Flüchtlinge teil“, erklärte der vbw Hauptgeschäftsführer.

Seit Januar 2016 sind in jedem Regierungsbezirk die sogenannten IdA-Navigatoren im Einsatz, die seitdem rund 370 Unternehmen und mehr als 400 Netzwerkpartner bei der Integration von Flüchtlingen beraten haben. Im März 2016 ist außerdem die Onlineplattform „www.sprungbrett-intowork.de“ gestartet, auf der bislang 300 Praktikumsplätze von Unternehmen für Flüchtlinge eingestellt sind. Am interkulturellen Seminar „IdA-Ausbilderqualifikation“ haben bislang rund 367 Mitarbeiter aus 152 Unternehmen teilgenommen. In diesem Jahr werden noch 19 weitere Workshops stattfinden. Zudem steht Unternehmen mit dem „IdA KompetenzCheck“ ein Instrument zur Verfügung, mit dem sie die beruflichen Fähigkeiten von Flüchtlingen überprüfen können.

Das bundesweite Integrationsgesetz, das im August in Kraft treten soll, bewertete Brossardt als Schritt in die richtige Richtung: „Das Gesetz erleichtert Asylbewerbern den Einstieg in Ausbildung und Arbeit und gibt den Unternehmen Rechtssicherheit. Allerdings ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar, warum die Zeitarbeit nur befristet geöffnet werden soll.“

Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, machte deutlich: „Die Integration von Flüchtlingen in die Arbeitswelt ist eine der größten Aufgaben, vor der wir derzeit stehen. Gemeinsam mit der Wirtschaft, den Kammern und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit haben wir daher ein breites Maßnahmenbündel auf den Weg gebracht. Allein das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt Projekte zur Aus- und Weiterbildung mit über fünf Millionen Euro jährlich. Wir sind auf einem guten Weg – 10.000 Flüchtlinge sind bereits in den Arbeitsmarkt integriert worden, bis Ende 2019 sollen es 60.000 sein. Die Integration von Flüchtlingen ist vor allem auch ein Kraftakt für die Kommunen, die nicht auf ihren Kosten sitzen bleiben dürfen. Vom Bund fordern wir daher ein stärkeres finanzielles Engagement als bisher.“

Dr. Markus Schmitz, Geschäftsführer der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit, fügte hinzu: „Bayern war bei der Integration von Geflüchteten mit über 500 zusätzlichen Beraterinnen und Beratern in den Arbeitsagenturen und Jobcentern sehr schnell auf dem Spielfeld. Der erste Kassensturz der uns seitens der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung stehenden Daten zeigt deutlich: Unsere gemeinsamen Bemühungen tragen Früchte! Insgesamt haben wir in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 12.000 Geflüchteten erste Brücken in den bayerischen Arbeitsmarkt gebaut, die es jetzt zu verbreitern und auszubauen gilt. IdA 1000 und der Bayern Turbo sind dabei wichtige Mosaiksteine unseres Arbeitsmarktprogramms für Geflüchtete, in dem aktuell bereits mehr als 7.000 Geflüchtete einen Platz gefunden haben. Der Pakt, mit dem Ziel von 20.000 Beschäftigungsmöglichkeiten im Jahr 2016, ist damit voll auf Kurs. Dennoch geben wir uns keiner Illusion hin. Den Menschen, die jetzt oftmals im Helferbereich eine erste Beschäftigung gefunden haben, müssen wir Möglichkeiten der Weiterbildung im Betrieb eröffnen. Jugendliche Geflüchtete, die eine Ausbildung aufnehmen, müssen wir auch während der Ausbildung auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss weiter unterstützen. Diese positive Zwischenbilanz bedeutet also nicht, dass wir uns auf dem Erreichten ausruhen dürfen. Jetzt geht unser Job erst richtig los.“

Brossardt abschließend: „Die Integration der Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit ist eine große Herausforderung und eine Aufgabe, die uns alle – nicht nur die Wirtschaft – angeht. Mit ‚IdA – Integration durch Ausbildung und Arbeit‘ leisten wir einen Beitrag dazu und haben bereits viel erreicht.“


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Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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